Viel Sonnenschein und heisse Töpfe

Roger Suter

Einmal im Jahr profitiert die Vielvölkerstadt Opfikon sehr direkt davon, dass viele ihrer Bewohnerinnen und Bewohner aus allen Ecken des Globus stammen: Sie kommen zusammen, um zu kochen und den Gästen des Food-Festivals so auch ihre Kultur näherzubringen.

Nicht nur Liebe geht durch den Magen. Es könnte auch Neugier sein. Denn am Opfiker Food-Festival, das vergangenen Samstag zum 11. Mal stattfand, kann man in die Töpfe und Pfannen fremder Länder gucken. 

Zum zweiten Mal fand das grosse Opfiker Küchentreffen im Graffland statt. «Es ist aber das erste Mal, dass es schon am Samstagmorgen trockenes Wetter ist», so OK-Chef und Stadtpräsident Roman Schmid. Bei der vorletzten Ausgabe 2024 wurden die Stände noch im Freien aufgestellt, auf dem Kiesplatz am Opfikersee, weil der geschlossene Innenhof des «Portikon»-Bürogebäudes nicht mehr zur Verfügung stand.

Neben den Köchinnen und Köchen sind jeweils rund 60 freiwillige Helferinnen und Helfer nötig, um den Anlass zu stemmen. «Das ist in etwa das Minimum», weiss Roman Schmid. Denn das Aufstellen der Bänke und Stände, das Herrichten der Halle, das Betreiben des Getränkeverkaufsstandes und der zentralen Kasse sowie das Ab- und Aufräumen am Schluss gibt viel zu tun. «Am Donnerstag haben wir die Bodenmarkierungen angebracht, und 15 Leute halfen am Freitagnachmittag mit, alles aufzustellen», erzählt Schmid weiter. Und während des Food-Festivals waren die fleissigen Helfer darum bemüht, dass die sitzenden Gäste Getränke bekamen und benutztes Geschirr schnell abgeräumt wurde.

Diesmal spielte das Wetter mit

Das Organisationskomitee selbst hat sich im Vorfeld des Anlasses fünfmal getroffen. Vieles sei inzwischen Routine, auch wenn man erst zum zweiten Mal im Graffland zu Gast sei. «Aber der Ort ist ideal – und das Wetter ist es diesmal auch», freute sich Roman Schmid. Schwer zu verstehen war deshalb, dass einer der angemeldeten Food-Trucks einfach nicht auftauchte. Doch die Lücke fiel bei dem riesigen Speiseangebot kaum auf.

Mehr Sorgen bereiten dem OK aber die immer zahlreicheren Vorschriften. So etwa sind offene Flammen – etwa für Rechauds oder gasbetriebene Kochgelegenheiten – im eigens zum Kochen aufgestellten Festzelt verboten. In der Folge mussten sich manche Standbetreibende etwas gedulden, bis die Stromversorgung überall und zuverlässig klappte. «Drum schneide ich halt in der Zwischenzeit Gemüse für den Vegetable Stew», sagt Hilary Sutter, die am Stand des Malcolm Jamaica Shop aushilft. Ihre Nachbarn zur Linken servieren tibetische Momos – kleine gefüllte Teigtaschen, jene zur Rechten chilenische Empanadas  mit Fleisch und Käse und die Torta Tres Leches. Daneben bestreicht Josip Loncaric den Crêpes-Teig, den er zuvor mit einer praktischen Einrichtung auf der heissen Herdplatte perfekt dosiert ausgeleert hat. Er ist als professioneller Restaurantbetrieb die Ausnahme hier. Seine Nachbarin Zejnepe Bajrami, beruflich in der Medizin tätig, bäckt schon einige Jahre britische Cup­cakes. Und auch ihre Nachbarn Michaela Ertel und Kai Bülow bereiten die schwäbischen Maultaschen als Hobby zu. «Ich wollte schon letztes Jahr hier sein, aber da gab’s keinen Platz mehr», erzählt der gebürtige Deutsche. «Nun aber hat es geklappt» – zur Freude seiner Kundschaft.