Ein sehr heisser Sommer für Opfikon
Mehrere Hitzewellen rollten in den letzten Monaten über die Schweiz. Wie ging die Stadt Opfikon mit diesen Herausforderungen um? Und zieht sie schon erste Konsequenzen für künftige heisse Sommer?
Gelb gefärbte Wiesen, trockene Wälder und Böden, wenig Wasser in den Flüssen. Die ganze Schweiz litt diesen Sommer unter mehreren Hitzewellen mit Temperaturen jenseits der 30 Grad über Wochen hinweg. Auch die Stadt Opfikon wurde davon nicht verschont. Die Wetterstation am Flughafen nahe Oberglatt verzeichnete am 30. Juli sogar eine Rekordtemperatur von 38,3 Grad, diejenige beim Reckenholz in Zürich-Affoltern am 27. Juni 37,1 Grad.
Die offizielle Mitteilung der Stadt Opfikon vom 26. Mai 2026 (31,2 Grad in Zürich-Affoltern) warnte vor gesundheitlichen Risiken durch zunehmende Hitzetage. Besonders gefährdet sind Personen ab 75 Jahren, da im Alter das Durstgefühl und die Fähigkeit zu schwitzen nachlassen. Auch chronisch Kranke, Schwangere, Säuglinge und Kleinkinder tragen ein erhöhtes Risiko bei Hitzewellen.
Massnahmen drinnen und draussen
«Der diesjährige Sommer war hinsichtlich der Hitze aussergewöhnlich und hat auch die Stadt Opfikon vor Herausforderungen gestellt», sagt Raffaela Landert, Kommunikationsverantwortliche der Stadt Opfikon. Besonders in älteren Gebäuden können sich die Innenräume während längerer Hitzeperioden stark aufheizen, während neuere Gebäude aufgrund ihrer Bauweise teilweise bessere Voraussetzungen für den sommerlichen Wärmeschutz bieten. Die Stadt hat zudem verschiedene organisatorische und betriebliche Massnahmen ergriffen, um mit den hohen Temperaturen umzugehen. Ein besonderes Augenmerk gilt Einrichtungen, in denen hitzeempfindliche Personen betreut werden. Dazu gehört das städtische Alterszentrum Gibeleich.
Auch für Mitarbeitende, die viel im Freien tätig sind, bedeutet die Hitze eine zusätzliche Belastung. «So beginnen die Mitarbeitenden des Werkdienstes an besonders heissen Tagen ihren Arbeitstag früher, um die kühleren Morgenstunden besser nutzen zu können und die körperlich belastenden Arbeiten möglichst nicht während der grössten Tageshitze ausführen zu müssen», so Landert weiter.
«Die Hitzebelastung ist innerhalb der Stadtverwaltung je nach Gebäude, Arbeitsplatz und Tätigkeit unterschiedlich.» Der Erweiterungsbau des Stadthauses setzt bei der Gebäudetechnik und der Aussenraumgestaltung auf effiziente und klimaorientierte Lösungen. Der für rund 4,4 Millionen Franken realisierte Zweckbau verbindet dabei ressourcensparende Architektur mit gezielten Massnahmen zur Temperaturregulierung. Um auch in heissen Sommern angenehme Arbeitsbedingungen zu schaffen, nutzt der Neubau ein System zur Abführung der Raumwärme, das die von aussen zugeführte Frischluft leicht vorkühlt. Im Winter übernimmt eine Luft-Wasser-Wärmepumpe die Beheizung des Gebäudes.
Betonkern bleibt kühl
Durch die kompakte Massivbauweise mit einem tragenden Betonkern in der Mitte bleibt die Raumtemperatur auch bei hohen Aussentemperaturen stabil. Da der Anbau über Passerellen direkt an das bestehende Stadthaus angeschlossen ist, kommt das Gebäude fast ohne eigene Technik aus. Auf ein zusätzliches Treppenhaus, einen Lift, einen Keller sowie eigene Wasseranschlüsse und Sanitäranlagen wurde komplett verzichtet – der Neubau nutzt stattdessen die vorhandene Infrastruktur des Altbaus mit. Zudem bleibt durch die Konstruktion auf Betonsäulen der versiegelte Boden optimal genutzt: Der Anbau steht als eine Art Tisch über den bestehenden Parkplätzen, wodurch keine neuen Flächen für Parkraum überbaut werden mussten.
Heller Boden und Schatten
Auch bei der Gestaltung des Vorplatzes standen klimatische Überlegungen im Vordergrund. Anstelle von dunklem Asphalt erhielten die Wege einen ungewöhnlich hellen Bodenbelag, der einen grossen Teil des Sonnenlichts reflektiert und die Wärmespeicherung im Boden im Vergleich zu herkömmlichen Belägen deutlich reduziert. Ergänzt wird die Aussenanlage durch begrünte Inseln mit Wiesenblumen sowie die bestehenden, grossen und viel Schatten spendenden Bäume, was zur Verbesserung des örtlichen Mikroklimas beiträgt.
Zum jetzigen Zeitpunkt will die Stadt aus dem heissen Sommer noch keine Konsequenzen ziehen. Man beobachte die Entwicklung, sammle Erfahrungen und prüfe, ob und wo künftig zusätzliche Massnahmen sinnvoll oder notwendig seien.