Sportchef Ricardo Schödler: «Eine gewisse Enttäuschung war da»

Richard Stoffel

Sportchef Ricardo Schödler sagt zum Trainerwechsel: «Ende März war Lauri Marjamäki auf uns zugekommen mit der Bitte, mit Zug verhandeln zu dürfen. Bei unseren eigenen Gesprächen mit Michael Liniger und uns brauchte es dann nicht viel.» Schliesslich einigte man sich auf einen Zweijahresvertrag.

Dass Marjamäki der Verlockung erlag und um Verhandlungen sowie schliesslich eine Vertragsauflösung bat, obwohl er in Interviews mit dem «Klotener Anzeiger» stets von «Ich glaube an den Prozess» sprach, kann man als Business betrachten. Oder ist es doch auch ein wenig enttäuschend?

«Irgendwo gibt es Verständnis. Aber es ist schon so, dass er der Mannschaft eigentlich auch für ein drittes Jahr zur Verfügung hätte stehen sollen. Von daher war eine gewisse Enttäuschung schon da», betont Schödler.

Dass auch alle Trainer-Assistenten neu sind, war schon zuvor klar. Keiner der neuen Assistenten sei indes aufgrund von Marjamäki zu Kloten gestossen, auch wenn sich zwei Finnen darunter befinden: Juhamatti Yli-Junnila (Assistenzcoach, Zweijahresvertrag), Marcel Jenni (Assistent, Jahresvertrag) sowie Markus Korhonen (Goalie- und Videocoach, Zweijahresvertrag).

Ob Leader und Topskorer Dario Meyer (wurde im zweitletzten Cut der WM-Vorbereitung der Schweizer Nationalmannschaft aus dem Kader gestrichen – Red.) über die nächste Saison hinaus bleibt, ist nach wie vor offen.

Für Liniger ist klar: «Wir wollen einen Spieler wie ihn und mit seinem Mindset längerfristig halten.» Und Schödler ergänzt: «Dario will gerade keine Ferien machen, sondern sich direkt dem aktuellen Aufbautraining anschliessen. Darüber streiten wir gerade. Danach werden wir uns bald über seine Zukunft unterhalten.» 

Zum Interview mit Michael Liniger