Opfiker Parteien rücken zusammen
Nach «wilden» Jahren mit einer alles überragenden SVP haben sich die Sitzverhältnisse im Opfiker Parlament seit 2018 angeglichen. Damals kamen bei den kleineren Opfiker Parteien neu die Grünen hinzu. FDP, SP und SVP liegen seit 2022 fast gleichauf.
Die Grafik der Sitzverteilung zeigt es deutlich: Während in den 1970er- und 1980er-Jahren viele mittelgrosse Fraktionen mit 5 bis 7 Sitzen das Opfiker Ratsgeschehen prägten, kam es Ende der 1990er- und in den Nullerjahren zu einer Verschiebung an die Pole: Die SVP startete ab 1994 durch und überflügelte mit zeitweise 11 Sitzen alle anderen. Zählt man die Jungbürgerliche Liste SVP (JBL) dazu, kommt man von 2010 bis 2018 auf 13 Sitze für die Opfiker Rechte. Dann folgten mehrere Sitzverluste der Mutterpartei, die seit den letzten Wahlen mit der SP gleichauf liegt. Die JBL hingegen ist seit 2006 konstant mit zwei Sitzen im Rat vertreten, womit sie ihre Mutterpartei, mit der sich das Abstimmungsverhalten deckt, zur grössten Fraktion macht.
Die Opfiker Linke verfügte 1978 über 7 Mandate, büsste bis 1990 aber deren 5 ein und erholte sich erst ab 1998 langsam wieder, eine Legislatur später, als die SVP zu ihrem Höhenflug ansetzte. 2010 erreichte die SP wieder 7 Sitze, verlor vier Jahre später wieder einen, den sie 2018 wieder gewann und 2022 erneut verlor. Heute liegt sie bei 6 Sitzen.
Die andere bürgerliche Partei, die FDP, war bis 1994 immer mit 6 bis 8 Politikerinnen und Politikern im Opfiker Parlament vertreten. Mit dem Aufstieg der Volkspartei begann aber auch im Lokalen der Niedergang der Liberalen, die 2006 und 2010 noch 4 Sitze erreichten. 2014 legten sie dann 2 Sitze zu, 2018 einen weiteren und sind derzeit mit 7 Mandaten die grösste Fraktion im Gemeinderat. Damit stellen die drei grössten Opfiker Parteien 19 der 36 Ratsmitglieder.
Die übrigen Sitze teilen sich die Mitte, die Grünliberalen, die EVP und der Gemeindeverein einigermassen konstant unter sich auf. 2022 kamen noch die neu gegründeten Opfiker Grünen hinzu, die auf Anhieb 3 Sitze holten – womöglich auf Kosten der SP und der Mitte. Zusammen mit den Grünliberalen kommt die Opfiker «Umweltfraktion» so auf 7 Sitze. Man darf gespannt sein, ob die Grünen ihre Bewährungsprobe bestehen, weil sich Klimawandel und schwindende Biodiversität auch in diesem Wahlresultat niederschlagen, oder ob die Leute inzwischen noch andere Sorgen haben. Die Grünliberalen, 1986 als «Neue Idee Opfikon» gegründet, haben nach ihrem Höhenflug 1990 und dem Absturz 2002 wieder Tritt gefasst und stellten 2010 3 und seit 2022 sogar 4 Vertreterinnen und Vertreter.
Erstaunlich auch der Gemeindeverein, den es nur in Opfikon gibt: Nach seinen besten Zeiten in den 1970ern folgte ein langsamer Abstieg, dessen Talsohle 1994 mit 2 Sitzen durchschritten wurde. Vier Jahre später waren es bereits wieder 4, und in den folgenden zwei Legislaturen sassen 5 im Rat. 2010 folgte dann ein Absturz auf noch 2 Mandate; 2022 kam noch ein drittes hinzu.
Wie schlagen sich die Neuen?
Ziemlich konstant ist hingegen die Opfiker EVP unterwegs: Sie hatte nie mehr als 4 Sitze, aber auch nie weniger als 2. Seit 2018 liegt sie bei 3 Mandaten und befindet sich damit bei Grünen, Gemeindeverein und der Mitte in guter Gesellschaft. Im Moment sind die zwei Polparteien und die FDP zwar die grössten Fraktionen im Rat, doch für Mehrheiten spielen auch die vier kleinen immer wieder eine Rolle. Spannen sie zusammen – die Sitzordnung im Gemeinderat begünstigt das vielleicht –, könnten sie weiterhin das berühmte Zünglein an der Waage sein. Gerade die Budgetdebatten zeigen aber jeweils, dass es vor allem linke Vorschläge in diesem Rat schwer haben.