Kino zum zweiten Mal in der Badi
Nach den guten Erfahrungen im letzten Jahr gastiert das Opfiker Open-Air-Filmfestival wiederum im Freizeitbad. Auf dem Programm stehen Romantik, Familie, Action und ein Trickfilm.
Der Umbau des Schulhauses Mettlen ist in vollem Gang. Deshalb ist das Opfiker Open-Air-Filmfestival, das seit 1992 dort stattfindet, für letztes und dieses Jahr ins Freizeitbad Opfikon umgezogen. Das hat einen Nachteil: Der mobile Projektor muss vom «Xenix»-Kleinbus auf die Terrasse der Badi getragen und dort wieder aufgestellt werden. Es hat aber mindestens zwei Vorteile, wie auch das Publikum vergangenes Jahr bemerkte: Auf einer weissen Leinwand sehen die Filme besser aus als auf einer leicht angegrauten Schulhauswand (auch mal mit einem Nagel drin). Und falls es dann diesen Sommer doch noch mal regnen sollte, sitzt man in der Badi unter einem Dach.
Dass einem auch in kühleren Nächten warm ums Herz wird, dafür sorgt der Auftaktfilm am Mittwoch, 19. August: «Ewigi Liebi» von Pierre Monnard, mit Pasquale Aleardi, Vera Flück, Elena Flury, Luca Hänni und Pascal Ulli. Er erzählt die Geschichte von Daneli und Heidi. Er führt einen Plattenladen in Zürich, den er räumen muss; sie ist die Bauherrin, welche ihn dazu zwingt. Dabei haben sie beide eine gemeinsame Vergangenheit in Trueb im Emmental, wo sie sich einst liebten. Heute, 30 Jahre nach ihrer Trennung, erhalten sie überraschend die Chance, in die Vergangenheit zu reisen – und so vielleicht doch noch ihr gemeinsames Glück zu finden. Denn wie sie feststellen, zerbrach dieses seinerzeit an einer Lüge, welche ihre Leben in völlig andere Bahnen lenkte.
Die romantische Komödie vereint einige der grössten Deutschschweizer Pop-Hits der letzten 30 Jahre – und viel Komik, die entsteht, wenn man sich plötzlich mit Anfang 50 wieder im letzten Jahrtausend und mit den damaligen Teens herumschlagen muss …
Der Film ist in Dialekt und geeignet ab 8 Jahren.
Mietvater und Grauzone
Auch am Donnerstag, 20. August, geht’s um Beziehungen und Familie, aber sehr moderne: In «Rental Family» heuert der in Tokio lebende US-Schauspieler Philip bei einer Firma an, die Frauen und Männer als «Familienmitglieder» vermietet, welche den Kundinnen und Kunden emotionalen Support bieten – im bevölkerungsreichen Japan, wo viele Menschen dennoch (oder deswegen?) an Beziehungsschwierigkeiten leiden, ein lukratives Geschäft. Doch aus dem etwas ungewöhnlichen Schauspieljob wird etwas Grösseres, als Philip echte emotionale Bindungen zu knüpfen beginnt. Regie führte Hikari, mit dabei sind (ein hervorragender) Brendan Fraser («Die Mumie»), Takehiro Hira, Mari Yamamoto, Shannon Gorman, Akira Emoto und Nihi. Der Film ist wie alle auf Deutsch und empfohlen ab 6 Jahren.
10 Jahre älter sollte man sein, wenn man sich «In the Grey» am Freitag, 21. August, ansehen möchte. Der Action-Thriller von Guy Ritchie («The Gentlemen», «Operation Fortune») mit Jake Gyllenhaal, Henry Cavill, Eiza González, Rosamund Pike, Jason Wong und Kristofer Hivju handel von den ungleichen Agenten Bronco und Sid, die auf den skrupellosen Despoten Manny Salazar angesetzt werden. Der hat eine Milliarde Dollar hinterzogen, welche die beiden nun zurückstehlen sollen. Doch Salazars streng bewachte Privatinsel beherbergt nicht nur den schmierigen Gangster, sondern auch seine Privatarmee. Die Agenten und ihre Auftraggeberin arbeiten deshalb nicht nur ausserhalb der Grenze des Erlaubten, sondern auch ausserhalb des Vorstellbaren – Guy Ritchie halt.
In den Biber gehoppt
Am Samstag, 22. August, wird’s dann knuffig: In «Hoppers» entdecken Wissenschafterinnen, wie man menschliches Bewusstsein in lebensechte Robotertiere «hüpfen» lassen kann, sodass Menschen als Tiere mit Tieren kommunizieren können.
Wer sich dabei an «Avatar» erinnert fühlt, liegt nicht falsch. Mit Hilfe dieser Technologie entdeckt die rebellische junge Mabel die Geheimnisse im Reich der (nicht ganz so) wilden Tiere – und mischt den Wald dabei gründlich auf. Der Film wird empfohlen ab 6 Jahren. Regie führte Daniel Chong, die Pixar-Figuren erhielten ihre (Synchron-)Stimmen von Piper Curda, Bobby Moynihan, Jon Hamm, Meryl Streep, Dave Franco und Nichole Bloom.
Alle Filme beginnen jeweils beim Eindunkeln um 21 Uhr, das Bistro ist ab 19.30 Uhr offen. Kinder unter 12 Jahren werden nur in Begleitung Erwachsener zugelassen. Bei kühler Witterung (die Filme werden auch bei schlechtem Wetter gezeigt) sollte man entsprechende Kleidung oder Decke mitnehmen.
«Ewigi Liebi» überdauert auch eine Zeitreise von 30 Jahren.Bilder zvg
«Rental Family»: Taugt Brendan Fraser als Mietvater?
«In the Grey»: Nur hier kann man eine Milliarde zurückklauen.
«Hoppers»: Schon mal in einen Tierkopf geguckt?
19.–22. August, 21 Uhr, Freizeitbad, Ifangstr. 13, Fr. 15.– www.opfikon.ch/anlaesseaktuelles/687747