Aus dem Gemeinderat: Verantwortung übernehmen

Als ich 2022 in die Sozialbehörde gewählt wurde, brachte ich viel Motivation und den Wunsch mit, Dinge rasch zu verbessern.

Ich hatte klare Vorstellungen davon, was transparenter oder einfacher sein könnte. Bereits in den ersten Sitzungen wurde mir jedoch bewusst, dass Behördenarbeit weniger mit schnellen Lösungen zu tun hat als mit Verantwortung für Menschen und ihre Lebensrealität. Diese Erkenntnis hat meinen Zugang zur Arbeit nachhaltig geprägt.

In der Sozialbehörde befassen wir uns mit Situationen, die selten eindeutig sind. Hinter jedem Geschäft stehen Familien, Kinder oder Einzelpersonen, die sich in herausfordernden Lebenslagen befinden. Entscheidungen müssen rechtlich korrekt, fachlich fundiert und menschlich verantwortbar sein. Für Aussenstehende bleiben diese Prozesse oft unsichtbar. Umso wichtiger ist es, dass sie mit Sorgfalt, Respekt und Augenmass geführt werden.

Ich habe erlebt, wie unterschiedlich Perspektiven sein können. Fachliche Einschätzungen, politische Haltungen und persönliche Erfahrungen führten immer wieder zu intensiven Diskussionen. Nicht jede Idee fand sofort Zustimmung. Gerade in solchen Momenten lernte ich, dass Widerstand nicht Stillstand bedeutet, sondern Teil eines verantwortungsvollen Entscheidungsprozesses ist. Tragfähige Lösungen entstehen selten im Alleingang, sondern durch Austausch, Geduld und die Bereitschaft, andere Sichtweisen ernst zu nehmen. Mit der Zeit hat sich mein Verständnis von Wirksamkeit verändert. Nicht jede Veränderung muss laut oder sofort sichtbar sein. Oft liegt der Fortschritt in klareren Abläufen, besserer Abstimmung und verlässlicher Zusammenarbeit zwischen Behörden, Fachstellen und weiteren Beteiligten. Besonders an den Schnittstellen zwischen Sozialbereich, Familie und Schule zeigt sich, wie wichtig Koordination ist, damit gesetzlich vorgesehene Unterstützung rechtzeitig und nachvollziehbar bei den Betroffenen ankommt. Diese Arbeit hat mir deutlich gemacht, wie stark funktionierende Strukturen zum Vertrauen in die Gemeinde beitragen. Bürgerinnen und Bürger dürfen erwarten, dass Entscheidungen sorgfältig vorbereitet, transparent kommuniziert und verantwortungsvoll umgesetzt werden. Dieses Vertrauen ist keine Selbstverständlichkeit, sondern muss immer wieder neu erarbeitet werden.

«In der Sozialbehörde befassen wir uns mit Situationen, die selten eindeutig sind.»

Shpend Fazliu, Mitglied der Sozialbehörde, Die Mitte

Ich bin nach vier Jahren mit meiner Arbeit in der Sozialbehörde zufrieden und dankbar für die Erfahrungen, die ich sammeln durfte. Gleichzeitig hat sich mein Blick weiterentwickelt. Schule ist ein zentraler Ort, an dem viele dieser Themen zusammenlaufen und an dem früh wichtige Grundlagen für die Zukunft unserer Kinder gelegt werden.

Deshalb stelle ich mich am 8. März 2026 zur Wahl in die Schulpflege. Nicht aus Unzufriedenheit mit meinem bisherigen Engagement, sondern als bewusster nächster Schritt. Als Vater von drei Kindern erlebe ich täglich, wie entscheidend stabile Schulen, klare Führung und gegenseitiges Vertrauen sind. Verantwortung zu übernehmen heisst für mich, mich dort einzubringen, wo langfristige Wirkung für Kinder, Familien und die gesamte Stadt Opfikon entsteht.

In der Rubrik «Aus dem Gemeinderat» schreiben Politikerinnen und Politiker aus Opfikon regelmässig Beiträge. Sämtliche im Parlament vertretenen Parteien bekommen hierzu Gelegenheit.

Gwunderbrunnen

30.03.2026 - 14:00
26.03.2026 - 09:00
23.03.2026 - 14:00
19.03.2026 - 09:00
16.03.2026 - 14:00
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