Zürcher Feuerwehren im Härtetest

Nach 76 Stunden im Dauereinsatz haben rund 200 Führungskräfte der Zürcher Feuerwehren eine aussergewöhnliche Langzeitübung in Deutschland erfolgreich abgeschlossen. Mit dabei auch fünf Feuerwehrleute aus Opfikon.

Ziel der durch die GVZ organisierten Übung war es, die Führungs- und Entscheidungsfähigkeit der Kaderleute bei lang andauernden und komplexen Schadenlagen zu überprüfen. Das Training auf der Training Base Weeze am Niederrhein in Deutschland war das erste seiner Art bezüglich des taktisch-operativen Aufbaus und Ablaufs sowie der Anzahl und Zusammensetzung der Teilnehmenden, wie die GVZ in einer Mitteilung schreibt.

Das Übungsszenario

Ein Erdbeben der Stärke 7,3 verursacht im Grossraum Köln enorme Personen- und Infrastrukturschäden. Nach ersten Einschätzungen fordert das Ereignis mehrere hundert Todesopfer sowie Tausende Verletzte und Verschüttete. Für die be­teiligten Feuerwehrleute war es wichtig, sich zunächst einen Überblick über die Lage zu verschaffen und anschliessend in enger Zusammenarbeit mit lokalen und regionalen Organisationen wie Feuerwehr, dem Deutschen Roten Kreuz, einer Rettungshundestaffel oder dem Technischen Hilfswerk die Rettungsarbeiten aufzunehmen.

Im Verlauf der Krisenübung kamen fortlaufend neue Schadenlagen hinzu. So wurden die Einsatzkräfte zu einem Busunglück mit über hundert Verletzten gerufen oder zu Trümmerlagen, wo sie in stundenlanger Schwerstarbeit Personen bergen mussten.

«Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben in schwierigen Situationen professionelle Arbeit geleistet», sagt Renato Mathys, Leiter Feuerwehr bei der GVZ. «Ich bin fest davon überzeugt, dass solche Übungen die Resilienz der Feuerwehrleute stärken und sie bestmöglich auf derartige Ereignisse vorbereiten.»

Die Training Base Weeze, eine ehemalige britische Luftwaffenbasis mit etwa 60 Hektar Übungsfläche, erwies sich als optimal für die Übung. Mit Wohn- und Industriebrachen, Infrastrukturbauten wie Bahnabschnitten oder Einkaufsläden bot das riesige Gelände den Beübten ideale Trainingsbühnen. Die Langzeitübung wurde hauptsächlich von den Teilnehmenden selbst geleitet. Dabei wurden sie vom Übungsleitungsstab sowie von Sicherheitsoffizieren begleitet und überwacht.

Um den Teilnehmenden ausreichend Ruhezeiten zu gewährleisten, wurden sie in Arbeitsschichten eingeteilt. Unter Berücksichtigung der regionalen und kantonsübergreifenden Zusammenarbeit nahmen Mitglieder von Partnerorganisationen wie der Zürcher Kantonspolizei, dem Zivilschutz und den Rettungsdiensten sowie weitere Fachleute aus verschiedenen Kantonen als Beobachterinnen und Beobachter teil.  (pd.)