Vom Krankenasyl zum Regionalspital

Das Spital Bülach feiert sein 125‑jähriges Bestehen. Regierungsrätin Natalie Rickli gratulierte und würdigte dessen Bedeutung für die Gesundheits­versorgung im Zürcher Unterland. Im Mittelpunkt des Jubiläums stand auch die Frage, wie sich das Regionalspital für die Zukunft weiterentwickelt.

Vor 125 Jahren hiess es in Bülach erstmals «Licht an!» im neuen Krankenasyl. Seit der Eröffnung des Brunnerstifts im Jahr 1901 hat sich das Spital Bülach grundlegend verändert: Aus einem kleinen Haus mit ursprünglich 18 Betten ist ein modernes Regionalspital geworden. Heute stellen rund 1500 Mitarbeitende die medizinische Versorgung der Bevölkerung im Zürcher Unterland und den angrenzenden Regionen sicher. Jährlich werden über 81 000 Behandlungen durchgeführt.

Anlässlich des Jubiläums feierte das Spital Bülach am vergangenen Donnerstag und Freitag gemeinsam mit Aktionärsgemeinden, Zuweisenden, Partnern und weiteren Gästen. Regierungsrätin Natalie Rickli, Vorsteherin der Gesundheitsdirektion des Kantons Zürich, gra­tulierte dem Spital zum 125‑jährigen Bestehen und dankte der Spitalleitung, den Zuweisenden und den Partnern für ihren Beitrag zur regionalen Gesundheitsversorgung. Dass Sir John Brunner vor 125 Jahren mit seiner Stiftung den Grundstein zum heutigen Spital Bülach legte, sei für das Zürcher Unterland eine ausgezeichnete Entscheidung gewesen. Als symbolisches Geschenk überreichte die Regierungsrätin dem Spital ein Apfelbäumchen. Wie ein Spital brauche auch dieses gute Wurzeln und Pflege, damit es wachsen und Früchte tragen könne.

Aus 3 mach 1 500

Wie stark sich die Gesundheitsversorgung verändert hat, zeigte CEO Sabrina Gänsbacher anhand zweier Patienten – einem um das Jahr 1900 und einem von heute. Der Patient von damals musste seinen Weg ins Spital unter Umständen zu Fuss zurücklegen. Einen Rettungsdienst gab es noch nicht. Operationen waren mit erheblichen Risiken verbunden, Antibiotika standen nicht zur Verfügung und Infektionen konnten lebensbedrohlich sein. Der Patient von heute trifft auf eine völlig andere Gesundheitsversorgung: Rettungsdienst und moderne Diagnostik, Spezialistinnen und Spezialisten verschiedener Fachrichtungen sowie hochentwickelte Operations- und Behandlungsmöglichkeiten stehen zur Verfügung. Zahlreiche Berufsgruppen arbeiten innerhalb kurzer Zeit zusammen, um eine umfassende Versorgung sicherzustellen. «Beständigkeit bedeutet nicht, dass alles gleich bleibt. Beständigkeit bedeutet, dass wir uns für unseren Auftrag laufend weiterentwickeln», sagte Gänsbacher.

Auch Verwaltungsratspräsident Thomas Straubhaar richtete den Blick über das Jubiläum hinaus. Ein Spital müsse sich verändern, wenn sich die Anforderungen an die Gesundheitsversorgung veränderten. Dazu gehörten die Weiterentwicklung ambulanter Angebote, stärkere Zusammenarbeit und Vernetzung, die Nutzung digitaler Möglichkeiten und gleichzeitig die Bewahrung der regionalen Verankerung.

Regional verankert und offen für die Zukunft

Denn trotz aller Veränderungen sei eines über 125 Jahre gleich geblieben: die Bedeutung des Spitals für die Menschen in der Region. «Ein Spital ist am Ende nicht ein Gebäude. Es sind nicht die Geräte, nicht die Betten und nicht die Prozesse. Ein Spital sind Menschen», betonte Straubhaar. Er dankte den rund 1500 Mitarbeitenden für ihren täglichen Einsatz.

Das Jubiläumsmotto «Licht an» steht damit nicht nur für die Geschichte des Spitals, sondern auch für seinen Blick nach vorne. Das Ziel: Die Gesundheitsversorgung im Zürcher Unterland weiterzuentwickeln und dabei ein verlässlicher und regional verankerter Partner zu bleiben.

Nach dem offiziellen Jubiläumsanlass mit den Partnern des Spitals fand dann die Feier für die Mitarbeitenden statt. Das Spital Bülach hatte seine rund 1 500 Mitarbeitenden zu einem eigenen Jubiläumsfest eingeladen. Foodtrucks, ein Konzert und ein DJ sorgen für das Programm. Im Mittelpunkt standen das gemeinsame Feiern und der Dank für den täglichen Einsatz.  (pd.)