Vier Stadtratsfotos in vier Jahren
Der Stadtrat hat intensive vier Jahre hinter sich: Ein Todesfall und zwei Rücktritte hinderten ihn aber nicht daran, Grosses zu planen und umzusetzen.
In seinem Rückblick aufs Legislaturprogramm 2022–2026 startete Stadtpräsident Roman Schmid mit drei Gruppenfotos des Stadtrates, die er lieber nicht hätte machen wollen: jenes aus dem ersten Jahr mit Finanzvorstand Valentin Perego, der im Februar 2023 verstorben ist. Ein neues Foto wurde nötig, mit Mathias Zika als neuem Finanzchef der Stadt. Doch auch dieses Foto wurde Ende 2024 obsolet, weil Schulpräsident Norbert Zeller zurücktrat. Für ihn gewählt wurde Reto Bolliger, der auf dem Foto 2025–2026 mit posiert – und auch auf dem aktuellen 2026–2030, das nicht wie alle vorhergehenden stehend auf der Treppe im Rathaus oder im Schulzentrum, sondern im lockeren Gleichschritt im «Graffland» aufgenommen wurde.
In der eigentlichen Präsentation ging Roman Schmid kurz auf die vier stadträtlichen Schwerpunkte Lebensraum, Infrastruktur, Digitalisierung und Organisation ein. Unter «Lebensraum», welcher Opfikon als lebenswerte, nachhaltige und generationengerechte Stadt weiterentwickeln soll, erwähnte Schmid die Fernwärme und die nachhaltige Energieversorgung mit Abwärme aus den Rechenzentren, die, welche die Energie Opfikon AG derzeit im Auftrag des Stadtrates erstellt. «Mit diesem zentralen Element setzen wir unsere Klimastrategie konkret um», sagte Schmid.
Möglichst viel aus einer Hand
Mit der Integration der Spitex ins Alterszentrum Gibeleich erhalte man nun in Opfikon stationäre und ambulante Pflege aus einer Hand, so Schmid. «Das bedeutet auch verbesserte Koordination und nutzbare Synergien.» Auch das Räumliche Entwicklungskonzept REK, das zusammen mit Schlüsselpersonen erarbeitet wurde, sowie die Quartier- und Begegnungskultur gehören in dieses Kapitel. Hier sorgen zum Beispiel die «Strassenfeste» (wie letzten Samstag an der Zibertstrasse, Seite 6) für gelebte Quartieridentität.
Der Schwerpunkt Organisation umfasste die Integration des Asyl- und Flüchtlingswesens in der Stadtverwaltung, welches zuvor extern erfolgte. Um genügend Fachleute zu haben, schaffte Opfikon ausserdem zusätzliche Ausbildungsplätze etwa für zukünftige Profisportler, stellt Lernenden feste Anstellungen und den anderen Mitarbeitenden Weiterbildungen in Aussicht. «Wir müssen als Arbeitgeberin ein attraktives Gesamtpaket bieten», so Schmid. «Denn die Konkurrenz ist rundherum, vor allem im Süden.» Gemeint ist die Stadt Zürich mit ihrem riesigen Etat.
In Sachen Infrastruktur trieb der Stadtrat Erneuerung und Erweiterung des Alterszentrums Gibeleich voran, übergab das moderne Schulhaus Bubenholz («eine demokratisch legitimierte Grossinvestition») letzten Sommer dem Betrieb und startete anschliessend die Sanierung und Erweiterung des Schulhauses Mettlen. Ausserdem wurde für das Gebiet zwischen den Bahnhöfen Glattbrugg und Opfikon ein Leitbild, für das Balsberg-Areal Nutzungsvorstellungen und für das Quartier Rohr-Platten eine teilrevidierte Bau- und Zonenordnung erarbeitet.
Digitaler, effizienter und schneller
Bei der Digitalisierung stand die Effizienz im Vordergrund: Moderne digitale Arbeitsplätze, klare Richtlinien und Schulungen im Bereich Datensicherheit, IT-Risiken und KI-Möglichkeiten sowie optimierte Prozesse mit weniger Medienbrüchen hätten die Produktivität gesteigert (was sich etwa in verkürzten Bearbeitungszeiten niederschlug), die Zusammenarbeit verbessert und die Abläufe transparenter und flexibler gemacht.
Als Fazit zog Schmid, dass Opfikon nicht um Tausende Einwohner, sondern bei Infrastruktur und Leistungsfähigkeit gewachsen sei. «Entscheidend ist aber, den Fokus zu behalten.»