Trikots, Trophäen und Strumpfhosen

Daniel Jaggi

Die Geschichte des EHC Kloten hat im Stadion einen neuen Ort bekommen: Die Hall of Fame zeigt Erinnerungsstücke aus mehr als 90 Jahren Klubgeschichte. Möglich wurde das ­Projekt auch dank der Unterstützung von rund 250 Fans.

Wer den Stadionrundgang der Swiss Arena betritt, taucht jetzt tief in die Geschichte des EHC Kloten ein. In grossen Vitrinen liegen Trikots, Schläger, Handschuhe, Pokale und weitere Raritäten. Auf der Ostseite führt ein Zeitstrahl durch neun Jahrzehnte Klubgeschichte. Ergänzt wird die Ausstellung durch die Namen prägender Persönlichkeiten.

«Es ist einzigartig», sagt Raphael Walser, der die Eröffnung der Hall of Fame moderiert. Besonders beeindruckend sei, wie viel Platz die neue Ausstellung noch für die Zukunft lasse. Die Hall of Fame soll denn auch nicht als fertiges Projekt verstanden werden, sondern mit der Geschichte des Klubs weiterwachsen.

Von der Idee zur Ausstellung

Die Idee entstand vor rund eineinhalb Jahren. Einer, der massgeblich an der Umsetzung beteiligt war, ist Klublegende Peter Lüthi (Spieler, Trainer, Nachwuchstrainer, GM). «Was zunächst als Idee begann, entwickelte sich Schritt für Schritt zu ­einem umfangreichen Projekt», erzählt er. Historisches Material musste gesucht, Geschichten recherchiert und Exponate zusammengetragen werden. Dabei halfen zahlreiche ehemalige Spieler, Funk­tionäre und Wegbegleiter des EHC. Viele stellten persönliche Erinnerungsstücke zur Verfügung. Zahlreiche von ihnen waren bei der Eröffnung denn auch dabei. Die Ausstellung soll nicht nur an Meistertitel und grosse Spieler erinnern, sondern die gesamte Geschichte des Klubs erzählen – mit ihren Höhen und Tiefen.

250 Fans machten mit

Finanziert wurde die Hall of Fame über ein Crowdfunding. Rund 250 Personen beteiligten sich finanziell und wurden zur Eröffnung eingeladen. Damit wurde das Projekt zu einer gemeinsamen Sache von Klub und Fans. EHC-Präsident Jan Schibli betonte denn auch den Gedanken der Gemeinschaft. «Wir sind auf einem guten Weg, sind eine Familie, wollen eine Familie sein und es auch zeigen», sagte er. Die Hall of Fame mache diese Verbun­denheit sichtbar. Für Schibli gehört dazu auch, dass nicht nur die erfolgreichen Zeiten ihren Platz bekommen.

Traktandum Strumpfhosen

Zum Auftakt führten mehrere Klublegenden die Besucherinnen und Besucher persönlich durch die Ausstellung. Dabei wurden Geschichten und Anekdoten aus vergangenen Jahrzehnten lebendig. Gabriel Weber, einst Spieler, Trainer, Nachwuchschef und Vorstandsmitglied, erinnerte beim Zeitstrahl beispielsweise an die Vorstandssitzung von 1948. «Das wichtigste Traktandum damals war: Wer strickt die Strumpfhosen.» Sportchef Ricardo Schödler zeigte andernorts etwas verschämt auf den Swiss-League-Meisterpokal von 2022, der den Wiederaufstieg in die National League ermöglichte: «Wer genau hinschaut, entdeckt Klebstreifen.» Und tatsächlich scheint der «Glas-Kübel» notdürftig geflickt zu sein. In der Vitrine ist auch die golden Pfeife des einstigen Profischiedsrichters Nadir Mandioni, der in Kloten aufgewachsen ist.

Für Peter Lüthi ist die Arbeit mit der ­Eröffnung ohnehin nicht abgeschlossen. Noch immer gebe es Geschichten, Personen und Gegenstände, die ihren Platz in der Hall of Fame finden könnten. Gerade darin liegt die Idee des Projekts: Die Ausstellung erzählt die Vergangenheit – und lässt gleichzeitig viel Platz für die Zukunft. 

 

Gwunderbrunnen

28.08.2026 - 08:00
28.08.2026 - 09:30
28.08.2026 - 14:00
29.08.2026 - 08:00
29.08.2026 - 09:30
31.08.2026 - 14:00
01.09.2026 - 10:00
03.09.2026 - 09:00
Zur Agendaübersicht