Schulkinder schnuppern Zirkusluft
Bereits zum siebten Mal war der Circolino Pipistrello in Opfikon zu Gast und übte mit 80 Primarschulkindern ein buntes Zirkusprogramm ein, das sie am Freitag ihren Angehörigen zeigen durften. Organisiert wurde der Anlass von der Stadt Opfikon und dem Jugendrotkreuz Kanton Zürich.
Auf dem grossen Platz beim Bildungszentrum Blaulicht herrschte vergangene Woche reger Betrieb. Ein Zirkuszelt ragte zum Himmel und zeugte von einer spannenden Zirkuswoche, welche die Stadt Opfikon gemeinsam mit dem Jugendrotkreuz Kanton Zürich organisiert hatte.
Jeweils am Morgen versammelten sich 80 Primarschulkinder, rund 20 Jugendrotkreuz-Freiwillige und das Team des Circolino Pipistrello im Zelt. Dort wurde den Kindern zum Einstieg in den Tag eine Fortsetzungsgeschichte erzählt, die sie mitgestalten konnten. Danach strömten sie in Gruppen an die verschiedenen Trainingsorte, wo sie an ihren Auftritten feilen konnten. Am Freitag folgte der Höhepunkt: Die Kinder zeigten ihr Programm Eltern, Freunden und Angehörigen. Jedes Kind durfte zuvor drei Personen einladen.
40 geflüchtete Kinder
«Die Hälfte der 80 Kinder kommen aus der Stadt Opfikon, die andere Hälfte haben sich über das Jugendrotkreuz Zürich angemeldet und sind aus unterschiedlichen Asylunterkünften im Kanton Zürich», sagt Franziska Obrist, Beauftragte für Quartier- und Freiwilligenarbeit der Stadt Opfikon. «Auch unter den Freiwilligen hat es viele Geflüchtete, welche helfen, die Kinder zu betreuen, und wichtige Übersetzungsleistung erbringen können. Die Kinder können in diesem Projekt einerseits in eine bunte Zirkuswelt eintauchen und lernen ganz nebenbei auch viel über den Umgang mit Vielfalt in einer Gruppe.»
Bereits zum siebten Mal war der Circolino Pipistrello in Opfikon zu Gast. «Viele der Freiwilligen kommen immer wieder, um uns zu unterstützen», so Franziska Obrist. «Einer war schon als Kind dabei und hilft jetzt als Freiwilliger mit.»
Seit 45 Jahren unterwegs
Der Mitspiel-Zirkus Circolino Pipistrello ist seit 1981 unterwegs und reist mit seinen Wagen von Ort zu Ort, um an Schulen, in Ferienangeboten und bei verschiedenen Institutionen wie Alterszentren Zirkusprogramme durchzuführen. Daneben haben die Artisten eine eigene Show, mit der sie auf Tournee gehen. Von Ende Oktober bis Anfang April zieht sich das 17‑köpfige Team, zu dem auch zwei Kinder und zwei Zivis gehören, ins Winterquartier nach Rikon zurück, wo sie ihr Material überholen und eine neue Show für das kommende Jahr einstudieren. «Bei uns gibt es keine feste Arbeitsverteilung, alle machen nach Möglichkeit alles», sagt Lara Würth vom Zirkusteam.
Kinder gestalten mit
An den Zirkuswochen werden den Kindern rund zehn Disziplinen vorgestellt, die sie ausprobieren und aus denen sie auswählen können, was sie am liebsten machen würden. Dazu gehört Luftakrobatik, Clown, Zauberer, Seiltanzen und vieles mehr. Danach wird in Gruppen geübt. «Auch hier gestalten die Kinder ihren Auftritt selbst», sagt Lara Würth. «Sie wählen ihre Kostüme aus und die Schminke. Nicht alle wollen geschminkt werden, und es gibt auch Kinder, die an der Schlussvorstellung nicht mitmachen wollen. Wir als Team stehen ihnen unterstützend zur Seite und geben Impulse. Der Gruppenprozess ist uns wichtig. Alle Kinder sollen sich wohlfühlen.»
Die Kinder, die sich für Akrobatiknummern entschieden haben, sind an diesem Donnerstag, am zweitletzten Tag der Woche, in der Turnhalle der Primarschule Glattpark angekommen. Während die einen an Ringen ihre Kunststücke üben, klettern andere an Tüchern hoch oder balancieren mit Stäben und Ringen in der Hand über das Seil. Einige üben mit grosser Ausdauer das Jonglierspiel Diabolo. «Heute dürfen wir unsere Kostüme aussuchen», erzählen zwei Mädchen, die eine gemeinsame Nummer an den Seilen einstudieren, ganz aufgeregt. «Wir möchten ein Fledermauskostüm, aber es könnte sein, dass schon eine andere Gruppe dieses ausgewählt hat.» Wie hat ihnen denn die bisherige Woche im Zirkus gefallen? «Es war mega», sagen sie begeistert. «Wir möchten nächstes Jahr wiederkommen.»