Rega rückt ihrem neuen Hauptsitz näher

Tobias Stepinski

Vom Flugplatz Kägiswil im Kanton Obwalden hebt vorerst kein Sportflugzeug mehr ab. Zugleich stellt die Rega Profilstangen auf. Der Umzug ihres Hauptsitzes vom Flughafen Zürich rückt näher. Freie Bahn hat sie trotzdem nicht.

Die Rega muss umziehen. Bis spätestens Ende 2030 hat sie ihren Hauptsitz am Flughafen Zürich in Kloten zu räumen. Grund dafür ist ein neuer Rollweg, dem der heutige Standort im Weg steht. Die Suche nach einem neuen Standort ist zur Ochsentour geworden.

«In der Luftfahrt kann man nicht einfach irgendwo ein Grundstück kaufen und einen Heliport bauen», sagte Rega-CEO Ernst Kohler vor einem Jahr im Interview mit dieser Zeitung. Infrage kommen nur Areale, die der Bundesrat im Sachplan Infrastruktur der Luftfahrt (SIL) eingetragen hat. Das schränkt die Auswahl stark ein.

Von Dübendorf nach Kägiswil 

«Dübendorf war in der Vergangenheit tatsächlich eine Option», sagte Kohler. «Aber der Bund hat das Umnutzungsverfahren des Militärflugplatzes in ein ziviles Flugfeld gestoppt.» Die Wahl fiel auf den ehemaligen Militärflugplatz Kägiswil in Obwalden. Dorthin sollen Hauptsitz und Helikopterinstandhaltung ziehen. Die drei Ambulanzjets sollen am Flughafen Zürich bleiben, im Westen des Areals ist eine neue Jet-Basis geplant.

Ein Spaziergang wird es auch dort nicht. Die Sportflieger wehren sich gegen den Rückbau ihrer Piste. Für drei Flugschulen und mehrere Fluggruppen wäre er das Ende. Anfang Mai reichten sie in Bern eine Petition mit über 10 000 Unterschriften für den Erhalt des Flugplatzes ein. Kohlers Bilanz schon vor einem Jahr: «Projekte dauern länger, brauchen mehr Zeit, Geld und Nerven.»

Bazl sperrt Piste

Nun scheint die Rega ihrem Ziel aber einen Schritt näherzukommen. Das Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) hat den Flugplatz Kägiswil Ende September geschlossen. Der Vertrag der bisherigen Betreiberin, der Flugplatzgenossenschaft Obwalden, ist ausgelaufen. Ihr Gesuch für einen dauerhaften zivilen Flugbetrieb hatte das Bazl schon im Juli abgelehnt, weil die Zustimmung der Landeigentümer fehlte.

In Kägiswil plant die Rega einen Hangar mit fünf Helikopter-Standplätzen und ein mehrstöckiges Verwaltungsgebäude. Für die Bauten lässt sie Profilstangen aufstellen.

Letztes Wort beim Bundesrat

«Der Prozess ist damit noch nicht abgeschlossen», schreibt das Bazl auf Anfrage. Bis Mitte November liegen die Anpassung des SIL und das Baugesuch der Rega öffentlich auf. Danach wertet der Bund die Rückmeldungen aus. Die Anpassung des SIL muss der Bundesrat beschliessen. Erst dann entscheidet das Bazl über das Rega-Projekt in Kägiswil.