Opfikons Bundesfeier im Spagat zwischen Tradition und Innovation
Auf der Mettlenwiese in Opfikon pflegte die Bundesfeier Bewährtes und wagte zugleich Neues. Fünf Opfikerinnen und Opfiker erzählten, was ihnen der 1. August bedeutet – und eine Umfrage offenbart Uneinigkeit übers Gründungsjahr.
Die Alphornbläser- und Fahnenschwingervereinigung Zürcher Unterland eröffnete bereits am Freitagabend mit elf Alphörnern und vier Fahnenschwingern die Bundesfeier und sorgte für eine stimmungsvolle folkloristische Kulisse. Anschliessend brachte Nico Arn mit Rock-, Pop- und Countrymusik das Festzelt in Schwung, in dem erstmals wieder eine grosszügige Tanzfläche aufgebaut war.
Der eigentliche Nationalfeiertag begann vor dem ökumenischen Zeltgottesdienst traditionsgemäss mit Kaffee und Zopf. Während das Trio Glauser zur Mittagszeit in der Festwirtschaft für musikalische Unterhaltung sorgte, bildete am Abend die Augustrede von Gemeindepräsident Ibrahim Zahiri den offiziellen Höhepunkt der Feierlichkeiten.
Lampions statt Feuerwerk
Wie bereits im Jahr 2022 wurde in diesem Jahr wegen der anhaltenden Trockenheit das Abbrennen von Feuerwerk aller Art wieder verboten. Damit der Lampionumzug dennoch durchgeführt werden konnte, besorgte der Dorfverein Opfikon, der diesen Umzug seit 2012 organisiert, kleine LED-Lämpchen, die gegen die Kerzen ausgetauscht wurden.
Auf das beliebte Höhenfeuer, das insbesondere für die kleinsten Besucher immer das Mega-Event war, musste hingegen verzichtet werden. Als Alternative wurde am Samstag eine Spiderman-Hüpfburg aufgebaut, auf der sich die Kinder austobten, während die Erwachsenen das Festprogramm und das gesellige Beisammensein genossen.
Tief verbunden mit der Heimat
Die Bundesfeier der Stadt Opfikon wird seit 2006 von der «Party Union» organisiert, die im Jahr 2003 von einer Gruppe junger Leute aus Opfikon gegründet wurde. Um die Freizeit gemeinsam zu verbringen, organisiert der Verein regelmässig Mottopartys und Freizeitaktivitäten, wobei die Bundesfeier zu den wichtigsten Aufgaben des Vereins gehört.
«Wir haben unsere Bundesfeier komplett revolutioniert», sagte OK-Präsident Tan Birlesik. Die Organisation sei vereinfacht und das gastronomische Angebot konsequent auf regionale Produkte ausgerichtet worden. Ausgeschenkt wurde ausschliesslich Wein aus den beiden Opfiker Rebbergen, während Fleisch und Wurst von der Stadtmetzgerei stammten. Damit wolle man bewusst das lokale Gewerbe unterstützen.
Erinnerungen an frühere Feste
Für nostalgische Momente sorgten zwei grossformatige Fotocollagen mit Aufnahmen vergangener Bundesfeiern seit 2003. Besonders ehemalige Opfikerinnen und Opfiker, die jeweils eigens für den Nationalfeiertag in ihre frühere Heimat zurückkehren, verweilten lange vor den Bildern und erinnerten sich gemeinsam an frühere Festtage.
Uneinig über das GründungsjahrWann wurde die Schweiz gegründet? Darüber sind sich Schweizerinnen und Schweizer erstaunlich uneinig. Laut einer Umfrage des Forschungsinstituts Sotomo im Auftrag von Feldschlösschen, über die SRF berichtet, verbindet eine Mehrheit von 52 Prozent die Staatsgründung mit dem Jahr 1848, als die Schweiz zum modernen Verfassungsstaat wurde. Nur 21 Prozent nennen den Bundesbrief von 1291. Auffällig ist ein Graben zwischen den Sprachregionen: In der Deutschschweiz dominiert 1848 mit 58 Prozent, während in der lateinischen Schweiz der Bundesbrief wichtiger ist. Dort sieht fast jede dritte Person darin den Gründungsmoment der Eidgenossenschaft. Studienleiter Michael Hermann bezeichnet das als erstaunlich, war der Bundesbrief doch eine reine Deutschschweizer Angelegenheit. Gegenüber SRF erklärt er: «In der Romandie, in der italienischsprachigen Schweiz herrscht eher ein mythologisches Geschichtsbild und die Deutschschweizer sehen eher sachlich darauf.» (red.) |
Von Patriotismus bis Rösti-Pragmatismus
Was bedeutet der 1. August den Opfikerinnen und Opfikern? Unser Redaktor Thomas Güntert hat sich auf der Mettlenwiese umgehört.