Opfikon zahlt nächstes Jahr 58 Millionen ein
Mit dem positiven Rechnungsabschluss 2025 muss Opfikon 2027 14,1 Millionen Franken mehr an den Finanzausgleich entrichten. Kloten und Wallisellen zahlen deutlich weniger.
Der kantonale Finanzausgleich ist eigentlich eine riesige Geldumverteilungsmaschine. Er gleicht die bestehenden Gegensätze zwischen finanzstarken und finanzschwachen Gemeinden aus und berücksichtigt individuelle Sonderlasten. Dies mit dem Ziel, dass allen Kantonseinwohnerinnen und -einwohnern staatliche Einrichtungen zu einem vergleichbaren Preis zur Verfügung stehen.
28 Gemeinden zahlen ein
1,2 Milliarden Franken werden gemäss aktuellen Zahlen des Gemeindeamts so 2027 umverteilt. 28 Gemeinden zahlen dabei in den Ausgleichstopf ein, 120 Gemeinden erhalten Finanzmittel daraus und 10 Gemeinden zahlen weder ein noch schöpfen ab – darunter etwa die Glattal-Gemeinden Dietlikon und diesmal auch Dübendorf, sonst eine Empfängergemeinde. Ermittelt werden die Zahlungen anhand der Rechnungsabschlüsse 2025 und der so errechneten Steuerkraft pro Kopf im Vergleich zum kantonalen Mittel, umgerechnet auf einen für alle Gemeinden gleichen Steuerfuss von 100 Prozent.
Die finanzstärksten Gemeinden gruppieren sich traditionellerweise allesamt um den Zürichsee in nächster Nähe zur Stadt Zürich. So wird etwa die Gemeinde Küsnacht 115,8 Millionen Franken für den Finanzausgleich locker machen müssen. Aber auch die Gemeinden im mittleren Glatttal zahlen kräftig ein. Kloten wird mit stolzen 43,8 Millionen Franken 700 000 Franken weniger als in diesem Jahr abliefern. In Wallisellen werden 15,5 Millionen Franken fällig. Das ist weniger als die Hälfte von diesem Jahr, als 33,9 Millionen Franken einbezahlt werden mussten.
Diesmal liegt Opfikon vorne. Dank hoher Ertragsüberschüsse in der Rechnung wird die Stadt happige 58 Millionen Franken in den Ausgleichstopf einschiessen, 14,1 Millionen mehr als in diesem Jahr. In Opfikon beträgt die relative Steuerkraft pro Kopf 8882 Franken, das kantonale Mittel liegt bei 4478 Franken. Das bedeutet aber nicht, dass die Menschen in Opfikon, Glattbrugg, dem Glattpark oder Oberhausen doppelt so reich sind wie der Rest des Kantons. Der grösste Teil der Opfiker Steuereinnahmen kommt von den Hunderten hier ansässiger Firmen – die zum Teil sehr gut wirtschaften. So lassen sich auch die jährlich anders ausfallenden Unterschiede zwischen den drei Nachbarstädten erklären: mit den zum Teil erheblich schwankenden Steuererträgen bei den juristischen Personen. Diese Schwankungen erschweren auch jeweils die Budgetierung für diese Städte mit hohem Firmenanteil. So liegt Opfikon seit Jahren regelmässig daneben beziehungsweise darunter, was die Steuereinnahmen angeht.
Stadt Zürich als Spezialfall
Am meisten Geld aus dem Ausgleichstopf erhält mit 264 Millionen Franken wie gewohnt die Stadt Winterthur, wobei hier 90 Millionen Franken aus dem Zentrumslastenausgleich schon miteinberechnet sind. Hinter der Eulachstadt als grösstem Empfänger folgen Dietikon, Wetzikon und Bülach.
Die Stadt Zürich ist ein veritabler Spezialfall: Sie zahlt in den Ressourcenausgleich 544 Millionen Franken ein, erhält im Gegenzug 432 Millionen Franken via Zentrumslastenausgleich. Unter dem Strich zahlt sie folglich für das Jahr 2027 112 Millionen Franken ein. Im Vorjahr war dies noch ein Nullsummenspiel. Der Stadt Zürich geht es folglich finanziell momentan ausgezeichnet.