Nächste Phase des Flughafenprojekts gestartet
Die Flughafen Zürich AG bringt eines ihrer wichtigsten Infrastrukturprojekte, das die Sicherheit verbessern soll, voran: die Plangenehmigungsgesuche für die Verlängerungen der Pisten 28 und 32.
Die Flughafen Zürich AG hat die nächsten formellen Schritte für die geplanten Verlängerungen der Pisten 28 und 32 eingeleitet. Die beiden Plangenehmigungsgesuche liegen bis zum 30. Juni öffentlich auf. Damit erreicht eines der bedeutendsten Infrastrukturprojekte des Flughafens eine neue Phase.
Die Zürcher Stimmberechtigten hatten den Pistenverlängerungen im März 2024 zugestimmt. Ziel der Projekte ist es, die Sicherheitsmargen im Flugbetrieb zu erhöhen und gleichzeitig einen stabileren Betrieb bei unterschiedlichen Wetterlagen sowie für verschiedene Flugzeugtypen sicherzustellen. Die Vorhaben gehen auf eine umfassende Sicherheitsanalyse aus dem Jahr 2012 zurück. Damals wurden rund 30 Massnahmen identifiziert, um die Sicherheitsreserven am Flughafen zu verbessern. Die Verlängerung der Pisten 28 und 32 gilt seither als eine der zentralen Massnahmen.
Planungsarbeiten abgeschlossen
Seit der Volksabstimmung hat die Flughafen Zürich AG die technischen Unterlagen und Umweltberichte ausgearbeitet. Die eingereichten Dossiers enthielten detaillierte Angaben zur räumlichen und baulichen Umsetzung sowie zu den Auswirkungen auf Umwelt und Infrastruktur, schreibt die Flughafenbetreiberin in einer Mitteilung
Geplant sind unter anderem Anpassungen an Pisten und Rollwegen, die Umlegung der Glatt sowie Änderungen an der Kantonsstrasse und an Velo-, Fussweg- und Werkleitungsnetzen. Die beiden Projekte unterscheiden sich deutlich in Umfang und Bauzeit. Die Verlängerung der Piste 32 erfolgt grösstenteils innerhalb des bestehenden Flughafenareals und erfordert vergleichsweise geringe Eingriffe. Die Bauzeit wird auf rund zwei Jahre geschätzt.
Deutlich komplexer ist die Verlängerung der Piste 28. Dafür sind grossflächige Aufschüttungen, die Verlegung der Glatt sowie Anpassungen an der umliegenden Infrastruktur nötig. Einschliesslich Vorarbeiten rechnet der Flughafen hier mit einer Bauzeit von sieben bis acht Jahren. Ein Baustart ist frühestens ab 2030 möglich – abhängig vom weiteren Verlauf der Bewilligungsverfahren.
Vorteile für Betrieb und Sicherheit
Die Piste 28 soll um 400 Meter nach Westen verlängert werden. Dadurch verbessert sich laut Flughafen insbesondere die Sicherheitsreserve bei Landungen und bei möglichen Startabbrüchen, da längere Bremswege zur Verfügung stehen.
Zudem soll das sogenannte Ostkonzept – Landungen von Osten und Starts nach Norden – wetterunabhängiger eingesetzt werden können. Der Flughafen erwartet dadurch weniger Verspätungen sowie eine Entlastung bei Abend- und Nachtlärm. Die Piste 32 wird um 280 Meter nach Norden verlängert. Künftig sollen dadurch praktisch alle schweren Langstreckenflugzeuge direkt von dieser Piste starten können. Vor allem am späten Abend sollen Starts vermehrt auf der Piste 32 statt auf der Piste 34 erfolgen. Dadurch können Pistenkreuzungen reduziert sowie Pünktlichkeit und Sicherheit verbessert werden. Keine Auswirkungen hat die Verlängerung laut der Flughafenbetreiberin auf Landungen von Norden auf der Piste 14. Deren Landeschwelle bleibt unverändert.
Glatt bleibt offen geführt
Für die Verlängerung der Piste 28 muss die Glatt umgelegt werden. Neu zeigen die Planungen jedoch, dass der Fluss entgegen früheren Annahmen nicht eingedolt werden muss. Die Glatt kann auf der gesamten neuen Strecke offen geführt werden. Der Flusslauf wird dabei von heute rund einem Kilometer auf etwa 1,4 Kilometer verlängert. Gleichzeitig wächst der Gewässerraum von 3,5 auf rund 9 Hektaren. Ergänzend sind neue Riedwiesen vorgesehen. Auch das Naherholungsgebiet soll profitieren: Geplant sind zusätzliche Wege sowie eine neue Brücke für den Langsamverkehr.
Mit der Verlängerung der Piste 32 verschiebt sich die Startschwelle für Langstreckenflugzeuge um 280 Meter nach Norden. Deshalb muss auch der Sicherheitszonenplan angepasst werden. Dieser legt fest, welche Hindernisse im Umfeld des Flughafens zulässig sind.
Die öffentliche Auflage der Gesuche und des angepassten Sicherheitszonenplans dauert bis Ende Juni. Die Bauperimeter auf dem Flughafengelände sind bereits markiert, zudem informieren mehrere Tafeln vor Ort über die Projekte.