Mit einem Lachen ins Ziel kommen
Der Flughafenlauf in Kloten verbindet sportlichen Ehrgeiz mit Freude an der Bewegung. Die Elite überzeugte dabei wieder mit schnellen Zeiten.
Trotz nasskaltem Schmuddelwetter trafen sich am Auffahrtstag erneut über 2000 Läuferinnen und Läufer bei der Militärsporthalle in Kloten und gingen in sieben Kategorien an den Start des 60. Flughafenlaufs. Bereits um neun Uhr machten die Mädchen und Buben, Jahrgang 2019, beim Kids Run den Auftakt der Traditionsveranstaltung und rannten wie wild das 700 Meter lange Wettrennen. Dann folgten die Jugendläufe über 1,65 Kilometer, die in vier Alterskategorien unterteilt waren.
Die Hobby- und Spassläufer gingen in den Kategorien «Run for Fun» und Walking/Nordic Walking zusammen auf die 7,5-Kilometer-Strecke. Während sich einige abmühten, hatten andere sichtlichen Spass am Lauferlebnis.
Marvulli erinnert ans Lachen
Der Speaker, Franco Marvulli, wies die Läufer am Start darauf hin, bei den hohen Belastungen an den Verpflegungsposten genügend Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Er verwies darauf, dass letztes Jahr mehrere Läufer kollabierten, wobei es tragischerweise zu einem Todesfall kam. «Geben Sie auf sich acht, hören Sie auf Ihren Körper und überanstrengen sie sich nicht. Für uns ist es am wichtigsten, dass Sie mit einem Lachen ins Ziel kommen», mahnte der ehemalige Berufsradrennfahrer und betonte, dass der Flughafenlauf in erster Linie eine Volksveranstaltung ist, die allen Freude bereiten soll.
Insgesamt waren 2747 Teilnehmer angemeldet, wovon 2216 auch an den Start gingen und 2172 den Lauf beendet haben. Die Hauptstrecke gingen 458 Frauen und 973 Männer, wobei Gregorio Sablone aus Höngg, Jahrgang 1937, wieder der Älteste im Läuferfeld war. Der 89-Jährige lief den 17 Kilometer langen Hauptlauf in 1:53:44 Stunden, wobei er mit einem Schnitt von 6:41 pro Kilometer 38 Männer und 47 Frauen hinter sich liess. Alle Teilnehmer erhielten ein Glas Schweizer Honig als Erinnerungspreis und unter den anwesenden Erwachsenen wurden schöne Preise verlost. «Beispielsweise einen Reisegutschein über 250 Franken, den man nutzen sollte, um an einer internationalen Laufveranstaltung teilzunehmen», betont der Speaker.
Sportliche Höchstleistungen
Erstmals richtig zur Sache ging es, als die Juniorenkategorien U20 auf die 7,5 Kilometer lange Strecke gingen. Elia Di Bari und Mauro Burger feierten einen Doppelsieg für die «3star cats Wallisellen», wobei Di Bari aus Weisslingen mit 24:26 Minuten am schnellsten war. Alina Sheiko vom LC Uster gewann bei den Juniorinnen vor Sara Zurfluh von der Laufgruppe Cham.
Die Laufelite startete dann im ersten Block des Hauptlaufes, der über Rümlang und Oberglatt um das Flughafengelände und auf der langen Panzerstrasse zum Ziel führte. Der 44-jährige ukrainische Marathonläufer Vitaliy Shafar siegte in 53:13 Minuten vor dem Vorjahressieger Eric Muthomi Riungu aus Berikon, der für den Leichtathletik-Club Mutschellen startete und im letzten Jahr die Gesamtwertung des Zürilauf-Cups gewonnen hatte. In diesem Jahr ist Vitaliy Shafar auf dem besten Weg zum Gesamtsieg, da er im sechsten Rennen bereits seinen fünften in der ZKB-Zürilauf-Cup-Serie 2026 feiern konnte.
Im zweiten Hauptlaufblock starteten dann die Senioren und die Frauen. Die schnellste Schweizer Polizistin, Fabienne Vonlanthen, aus dem thurgauischen Basadingen, die für den LC Schaffhausen startende amtierende Schweizer Meisterin im Marathon, Halbmarathon und auf der 10-Kilometer-Strecke wurde ihrer Favoritenrolle gerecht und siegte in 1:00:49 Stunden vor Janice Studler aus Rapperswil. Die Streckenrekorde von 52:22 Minuten von Christian Mathys aus dem Jahr 2022 und der Finnin Camilla Richardson, die im letzten Jahr 58:32 gelaufen ist, waren in diesem Jahr nicht in Gefahr.
3 Fragen: Haupttreiber ist die Streckenführung
1 Hansjürg Ritzi, was war beim diesjährigen Flughafenlauf neu?
Nachdem wir die Teilnehmerzahl im letzten Jahr bei den Erwachsenen erstmals auf 2150 limitiert hatten, haben wir in diesem Jahr für jede der drei Erwachsenen-Kategorien eine eigene Limite definiert. Die 1450 Startplätze für den Hauptlauf waren bereits am 15. April vergeben und die 575 Anmeldungen für die Kategorien Run & Fun und Walking/Nordic Walking wenige Tage später ebenfalls ausgebucht. Neu in diesem Jahr war ausserdem der Speaker, der ehemalige Bahnradprofi Franco Marvulli, der nach seinem Karriereende bei verschiedenen Grossanlässen als Moderator tätig ist.
2 Warum ist der Flughafenlauf nach über 60 Jahren immer noch so begehrt?
Der Haupttreiber ist sicher die Streckenführung rund um das Flughafengelände. Zusätzlich steigern die Einbindung in den Zürilauf-Cup, die gute Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln und das günstige Startgeld die Attraktivität. Obwohl der Flughafenlauf mit lediglich 40 Höhenmetern für eine persönliche Bestzeit prädestiniert ist, schätze ich die Topografie eher als zweitrangig ein.
3 Warum und wie lange kann der LSV Kloten-Bassersdorf diese Top Veranstaltung noch so günstig anbieten?
Beim Flughafenlauf und auch bei allen anderen Zürilauf-Cup Veranstaltungen haben wir mit Ausnahmen beim Greifenseelauf und dem Zürich-Marathon seit vielen Jahren einheitliche und vergleichsweise günstige Startgelder. Sie betragen bei den Hauptläufen 30 Franken und können nur dank der enormen Unterstützung durch die Hauptsponsorin ZKB so tief gehalten werden können. Dazu kommt, dass bei fast allen Veranstaltungen ehrenamtliche Organisationsteams und Helfer im Einsatz sind. Da die Organisationskosten wie Mieten, Dienstleister, Preisbeschaffungen und so weiter stetig teurer geworden sind und wohl noch teurer werden, werden auch wir in naher Zukunft über eine Erhöhung der Startgelder diskutieren müssen.