Mehr Sicherheit, aber auch neue Risiken

Roger Suter

Die Kriminalstatistik der Kantonspolizei zeigt erfreuliche Entwicklungen auf:  Gewalt- und Vermögensdelikte sowie die Jugendkriminalität nahmen 2025 ab. Zugenommen haben hingegen die Fälle häuslicher Gewalt sowie die organisierte Kriminalität.

Die Arbeit der Kantonspolizei trägt Früchte: Die Kriminalstatistik 2025 weist an einigen Stellen tiefere Fallzahlen aus:   bei den Gewaltdelikten (–6 Prozent), der Jugendkriminalität (–10 Prozent) und den Einbrüchen (–12,5 Prozent). Insgesamt sind die Vermögensdelikte, zu denen Einbrüche zählen, um 5 Prozent zurückgegangen – am meisten die Diebstähle, die um 9 Prozent abgenommen haben; unter anderem sei es zu rund tausend Einschleich- und Einbruchsdiebstählen weniger gekommen als im Vorjahr.

Sicherheitsdirektor Mario Fehr wies an der Medienkonferenz auf die entsprechenden Schwerpunkte der Polizei hin: So verhaftete diese während gezielter Aktionen gegen die Einbruchskriminalität rund 120 Verdächtige und beschlagnahmte dabei umfangreiches Einbruchswerkzeug und Deliktsgut. Auch beim Telefonbetrug hätten die intensiven Ermittlungen und Präventionsmassnahmen die Zahl der vollendeten Betrüge um mehr als 60 Prozent gedrückt.

Die Cyberkriminalität hingegen sank 2025 nur leicht um 2,5 Prozent und verbleibt auf hohem Niveau: Grund dafür seien Rückgänge in der digitalisierten Kriminalität (vor allem beim Betrug via Internet, –11 Prozent). Dennoch gab es dreimal mehr Cybercrime-Straftaten als zu Beginn des Jahrzehnts.

Wegen häuslicher Gewalt und familiärer Differenzen rückten die Polizistinnen und Polizisten 2025 kantonsweit rund 22-mal pro Tag aus und ordneten bei drei Vierteln dieser Fälle Schutzmassnahmen an. Zunehmend sichtbar wird zudem die organisierte Kriminalität, etwa bei einer Schiesserei aus Autos im Februar 2025 in Zürich. Insgesamt ist die polizeilich registrierte Kriminalität im vergangenen Jahr im Kanton Zürich um 5 Prozent zurückgegangen. Das ist mehr als der schweizweite Durchschnitt von 1,5 Prozent.

Der Flughafen macht’s aus

Ein Blick auf Kloten, Opfikon und Wallisellen offenbart die Zusammensetzung der Delikte: In allen drei Städten geht es meist um Vermögen (Diebstahl, Veruntreuung, Betrug, Erpressung/Nötigung oder Sachbeschädigung). Der schnelle Blick auf die Zahlen, die auch im Internet verfügbar sind, kann aber täuschen: So werden dort Kloten auch die Delikte am Flughafen angerechnet, was dessen Zahlen in die Höhe schnellen lässt. Auf Anfrage des «Klotener Anzeigers» lieferte die Kantonspolizei die Zahlen exklusive Flughafen nach – und siehe da: Kloten bewegt sich in Sachen Kriminalität gemäss Strafgesetzbuch (also ohne Verstösse gegen die Gesetze betreffend Ausländer, Integration, Ein- und Ausreise, Aufenthalt oder Arbeit) zwischen den beiden Nachbarstädten Opfikon und Wallisellen. In der Flughafenstadt ging die Kriminalität bis 2024 zurück, in Opfikon mit einem Unterbruch seit 2020 und in Wallisellen sinkt sie seit 2023. Um die Städte trotz unterschiedlicher Einwohnerzahl vergleichbar zu machen, wurde die Kriminalitätsrate auf die Anzahl der Delikte auf 1000 Einwohner umgerechnet.

Gwunderbrunnen

02.04.2026 - 09:00
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