Littering ist das Hauptthema in der «Stapi»-Sprechstunde

Laura Hohler

Seit vier Jahren führt Opfikons Stadtpräsident Roman Schmid regelmässig eine öffentliche Sprechstunde durch. Bürgerinnen und Bürger haben dort die Möglichkeit, ihre Anliegen persönlich vorzubringen.

Auf die Frage, was in den Sprechstunden am häufigsten besprochen werde, sagt Schmid: «Ein grosses Thema ist Littering, also wenn irgendwo Abfall auf dem Boden liegt.» Daneben gebe es viele unterschiedliche Anliegen. «Oft ist es vielschichtig. Manche Leute bringen dann auch noch andere Anliegen aufs Tapet – etwa, ob man irgendwo etwas verschönern oder verbessern könnte.»

Die Eingaben werden systematisch erfasst. «Bei jedem Gespräch erwähne ich, dass ich Notizen mache», so Schmid weiter. «Ich nehme den Namen und die Adresse der Person, die es gemeldet hat, auf. Nach dem Gespräch gebe ich die Notiz  an die Verwaltung weiter, in die zuständige Abteilung. Und dann prüft diese, ob man das Anliegen umsetzen kann oder nicht.»

Eine Sprechstunde dauert eine Stunde. Für die Nachbearbeitung rechnet Schmid zusätzlich Zeit ein: «Mit der Bearbeitung sind es noch mal ungefähr etwa zwei Stunden.» In einer Stunde können mehrere Personen vorsprechen – «ich hatte schon bis zu sieben Leute in dieser Stunde». Wenn viele warten, setzt er klare Zeitlimits: «Ziel ist es aber immer, dass ich mit allen Personen ein Gespräch führen kann.»

Vor allem von Älteren genutzt

Die Sprechstunde wird überwiegend von älteren Personen besucht. «Statistisch würde ich sagen, das Durchschnittsalter liegt ungefähr zwischen 50 und 60 Jahren.» Die jüngste Person sei vielleicht 40 gewesen.

Viele der Besucherinnen und Besucher leben schon seit geraumer Zeit in Opfikon. Zwar gebe es vereinzelt Neuzuzüger, aber die meisten seien schon mehrere Jahre hier.

Das Bedürfnis nach den Gesprächsstunden schwanke. «Bis jetzt ist es erst einmal vorkommen, dass niemand gekommen ist», sagt Schmid. Insgesamt existiert das Format jedoch schon lange und wird geschätzt: «Vor mir hat es das auch schon gegeben, das ist sicher schon über 20 Jahre her.»

Kleine Anliegen, sichtbare Wirkung

Manchmal führen Hinweise aus der Bevölkerung zu konkreten Verbesserungen. Schmid erinnert sich: «Es wurde einmal darauf hingewiesen, dass ein Bänkchen am Waldrand nicht mehr so schön sei.» Drei Wochen später habe sich die meldende Person für die Reparatur durch Mitarbeitende der Stadtverwaltung bedankt.

Auf die Frage, ob Littering in Opfikon stärker verbreitet sei als in anderen Gemeinden, antwortet Schmid: «Ich habe das Gefühl, dass es in Opfikon genauso viel Littering gibt wie in den Nachbargemeinden.» Dennoch störe ihn das Pro­blem persönlich: «Bei uns gibt es viele ­Abfalleimer im öffentlichen Raum, trotzdem gibt es sehr viele Leute, die ihre ­Sachen einfach unachtsam wegwerfen. Im privaten Raum kommt es auch vor, nur sind uns vielfach da die Hände gebunden.»

Was fehlt Opfikon, um eine noch bessere Stadt zu werden? Schmid überlegt kurz und sagt: «Ich denke, dass sich die Bevölkerung im Allgemeinen noch ein bisschen mehr für Opfikon interessieren sollte.»

Bevölkerung in zehn Jahren «ausgewechselt»

Ein Grund für die eher lose Bindung von Einwohnerinnen und Einwohnern sieht er in der hohen Fluktuation: «Sehr viele Leute wohnen nur eine kurze Zeit hier. Im Verhältnis zur Einwohnerzahl wechseln wir eigentlich alle zehn Jahre die ganze Bevölkerung aus.»

Zwar gebe es Quartiere mit langjähriger Bewohnerschaft – wo sie im Durchschnitt vielleicht 25, 30 Jahre bleibt –, doch in anderen Quartieren liege die durchschnittliche Wohndauer bei weniger als 10 Jahren.

Die Stadt investiere viel in Quartier- und Familienarbeit. «Meiner Ansicht nach haben wir genug Angebote», betont Schmid. Das Problem liege weniger am Angebot als an einer allgemeinen gesellschaftlichen Entwicklung: «Es ist nicht nur in Opfikon so, dass das freiwillige ­Engagement – zum Beispiel in Vereinen – etwas abnimmt.» Dabei sei dieses Engagement zentral, weil es sehr wichtig ist für das Gemeinwesen.

Für Schmid ist klar: Eine lebendige Stadt lebt vom Mitmachen – und vom persönlichen Austausch. Genau dafür bietet er weiterhin seine Sprechstunden an.

Die Daten der Sprechstunde

•      4. Mai

• 22. Juni

•      7. September

•      2. November

Jeweils montags, 17.30 bis 18.30 Uhr, im Stadthaus (Sitzungszimmer 110, 1. Stock). Ohne Voranmeldung.