Leserbrief: Teure Fehlplanung statt Verantwortung

Roger Peter

Online-Artikel «Schule, Spielplatz, Asphalt: Das beschäftigte den Gemeinderat» («Stadt-Anzeiger» vom 7. Oktober 2026) bzw. «Schulpflege bleibt Zahlen schuldig» («Stadt-Anzeiger»-Printausgabe vom 15. Oktober 2026)

Liebe Frau Seline Signer

Ihre Fragen an die Schulpflege fand ich spannend. Umso grösser war mein Interesse an den Antworten, die jedoch wenig aussagekräftig blieben.

Ich möchte deshalb Fakten einbringen. Ich beziehe mich dabei auf die Statistik des Kantons Zürich.

Seit dem Geburtenhöchststand 2016 sind die Zahlen deutlich gesunken und liegen wieder auf dem Niveau von 2010. In vier bis fünf Jahren erreichen diese Kinder das Kindergartenalter.

Für Opfikon bedeutet das voraussichtlich vier Kindergärten weniger Bedarf. Bereits heute stehen Kindergartenräume leer. Gleichzeitig wird ein Schulhaus ­saniert und erweitert, wodurch zusätzliche Kindergartenräume entstehen. Für welche Kinder? Und wer trägt die Verantwortung für diese Fehlplanung?

Auch die Schülerzahlen sinken in praktisch allen Altersgruppen. Trotzdem wurde die Schulraumplanung nicht ausreichend angepasst. Selbst der Kanton kritisierte, dass die demografische Entwicklung zu wenig berücksichtigt wurde.

Frau Silvia Messerschmidt hat recht: Diese Fehlplanung könnte Opfikon teuer zu stehen kommen. Wir riskieren, Millionen in unnötigen Schulraum zu investieren, während heute bereits Zimmer leer stehen.

Dieses Geld könnte direkt unseren Kindern zugutekommen: durch kostenlose Schulausflüge, einen bezahlbaren Mittagstisch oder die Finanzierung von Skilagern.

Und was macht die heutige Schulpflege? Statt Verantwortung zu über­nehmen und Prioritäten zu überdenken, erwartet sie auch noch eine Lohnerhöhung.

Wer öffentliche Gelder verwaltet, muss vorausschauend planen und Verantwortung übernehmen. Die Steuerzahlenden dürfen erwarten, dass Fehlplanungen nicht einfach zu höheren Kosten führen.

Opfikon braucht eine Schulpflege, die Verantwortung übernimmt – und nicht eine, die für Fehlplanungen auch noch belohnt werden will.

 Roger Peter, Opfikon, Kandidat für das Schulpräsidium

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