Leserbrief: 10-Millionen-Initiative gibt falsche Antworten

Thomas Wepf

Zum Leserbrief von Beatrix Jud vom 13. Mai 2026

Mit unzähligen Zahlen spielt die abgewählte alt Stadträtin Jud Probleme hoch und wirbt für die SVP-Initiative. Die wirklichen Probleme sind das aber nicht. Die Probleme für die normalen Leute in der Schweiz sind, angesichts dass die Reichen immer reicher werden, dass jeder zweite Mühe hat, schon nur ans Ende des Monats zu kommen und etwas auf die Seite zu legen. Die Löhne stagnieren seit langem, aber die Krankenkassenprämien, Mieten und Energiekosten steigen stark. Das hat zu einem Vertrauensverlust in die Eliten und in viele bürgerliche Institutionen geführt.

An diesen Unmut setzt die SVP an. Aber sie sagt, die Masseneinwanderung sei die Ursache dieser Probleme. Und alles würde besser, wenn wir nur die Migration begrenzen. Aber wer drückt unsere Löhne? Wer stellt uns auf die Strasse, wenn die Profite der Unternehmen wegbrechen oder wenn wir zu alt für sie sind? Wer besitzt die Immobilien, die unsere Mieten in die Höhe treiben? Wer streicht die gigantischen Profite für die überteuerten Medikamente ein? Es sind die Grossaktionäre und CEOs der Grosskonzerne und der Banken.

Keines dieser Probleme wird verschwinden, wenn die Migration begrenzt wird. Die SVP versucht, uns auszunutzen. Dabei ist sie selbst Teil dieser politischen Elite, die sie kritisiert. Sie ist es, die seit Jahren die Banken und Profite der Grosskonzerne verteidigt. Sie ist es, die am aggressivsten unser Gesundheitssystem und unsere Bildung kaputtspart. Sie gibt die falschen Antworten auf die bestehenden Probleme. Darum sage ich klar Nein zu dieser heuchlerischen Initiative.

Thomas Wepf, Gemeinderat 

 

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