Kloten verschafft sich in Spielpause etwas Luft

Richard Stoffel

Kloten geht mit einem positiven Gefühl in die Olympia-Pause.Im letzten Spiel vor dem Break setzten sich die Zürcher Unterländer gegen den Tabellenelften Biel nach einem 0:2-Rückstand mit 3:2 nach Verlängerung durch und holten sich damit den 12. Rang von Ambri-Piotta zurück.

Es war kein Befreiungsschlag. Aber ein Sieg, der im Kampf um den Klassenerhalt mehr wiegt als die beiden Punkte. Max Lindroth erzielte den Gamewinner in der Nachspielzeit. Deniss Smirnovs mit seinem zweiten Saisontor – dem ersten Treffer nach 34 Spielen – sowie Klotens Topskorer Dario Meyer mit seinem 15. Saisontor zum 2:2 zeichneten sich ebenfalls als Torschützen der Flughafenstädter aus.

Kloten belohnte sich mit dieser Aufholjagd für einen engagierten Auftritt und beendete zugleich eine Negativserie von vier Spielen. Gleichzeitig war es erst der zweite Erfolg aus den letzten neun Begegnungen. Die zahlreichen Umstellungen in den Linienzusammensetzungen von Headcoach Lauri Marjamäki wirkten sich letztlich positiv aus.

Fadani überzeugt vor Olympia

Im Tor überzeugte auch Davide Fadani. Der Goalie absolvierte gegen Biel sein letztes Spiel vor der Olympia-Teilnahme mit Gastgeber Italien – ausgerechnet in seiner Heimatstadt Mailand – und parierte dabei 26 Schüsse. Fadani hat bislang 24 Saisonspiele für Kloten bestritten und weist eine respektable Abwehrquote von 92,20 Prozent aus. Mit durchschnittlich 2,43 Gegentoren pro Partie wird er aktuell als Nummer 10 der National League unter den Goalies mit 19 oder mehr Einsätzen geführt.

Bei Olympia trifft Fadani mit Italien in der Vorrundengruppe B auf Schweden, Finnland und die Slowakei. Das vom früheren SCB-Meistertrainer Kari Jalonen (66) trainierte Gastgeberteam tritt dabei als klarer Underdog an. Das Eröffnungsspiel gegen Schweden am Freitag wird für das Team um Fadani dennoch bereits ein absolutes Highlight darstellen.

«Geniesse es!»

Der «Stadt-Anzeiger» sprach vor seiner Abreise noch mit dem 25-jährigen Fadani, der nach der Partie gegen Biel zunächst zur Dopingkontrolle gebeten wurde. Während des Gesprächs wurde er immer wieder von Teamkollegen unterbrochen, die ihm alles Glück wünschten. Bernd Wolf gab ihm etwa mit auf den Weg: «Geniess es!»

Zur aktuellen Situation mit Kloten sagte Fadani: «Wir haben nur noch wichtige Spiele vor uns. Wir müssen schauen, dass wir den 13. Rang hinter uns lassen. Und gleichzeitig dafür sorgen, dass das Rennen um den 10. Platz noch nicht vorbei ist. Es gibt noch viele Punkte zu gewinnen. Und dazu will ich auch mit meiner persönlichen Performance beitragen. Ich will, dass das Team jeweils eine Chance auf den Sieg hat.»

Seine Leistungen seit dem Wechsel von Ambri-Piotta nach Kloten im letzten Sommer schätzt Fadani differenziert ein: «Ich spielte viel und bin dafür sehr dankbar. Ich habe sicher noch einige Sachen zu verbessern. Ich denke aber, dass es das Wichtigste ist, mental stabil zu bleiben, auch wenn beispielsweise mal der Start in eine Partie nicht optimal verläuft.»

Im vergangenen Frühjahr hatte Fadani an der letzten «B-WM» mit starken Leistungen dazu beigetragen, dass Italien in die A-Gruppe zurückkehrte und im Mai an der WM in der Schweiz spielen wird. Olympia ist für ihn nun aber noch einmal spezieller – nicht nur wegen des Mega-Events an sich, sondern insbesondere, weil er in seiner Heimatstadt antreten kann.

Karriere-Highlight für Fadani

«Es ist fraglos das bisherige Highlight meiner Karriere. Wir wissen, dass unsere Gegner alle über mehr Talent, mehr Erfahrung und einfach über mehr von allem verfügen, aber als ein Torhüter versucht man, das Resultat eng zu halten. Für uns werden diese Spiele gegen diese Superstars natürlich hart sein.» Nur die drei Erstklassierten jeder Gruppe sowie der beste Zweitklassierte qualifizieren sich direkt für die Viertelfinals vom 18. Februar. Die übrigen acht Teams bestreiten am 17. Februar eine Playoff-Qualifikationsrunde. «Ich denke, dass dann in diesem K.-o.-Spiel alles möglich ist», sagt Fadani. Im Vordergrund stehe jedoch die Freude, diese Spiele überhaupt bestreiten zu dürfen – «und dann sehen wir, was daraus für uns herauskommt».

Mögliches Wiedersehen mit Berra

Theoretisch könnte es dabei sogar zueinem Zusammentreffen mit dem künftigen Klotener Nummer-1-Goalie Reto Berra kommen – auf oder neben dem Eis. Der 39-jährige Berra steht im Schweizer Olympia-Aufgebot und hat bei Klotenfür die nächsten zwei Saisons unterschrieben.

«Ich hatte mit ihm schon Kontakt, als er hier bei Kloten offiziell unterschrieb, ebenso kurz nach den Direktduellen gegen Fribourg-Gottéron in dieser Saison. Für mich wird es eine tolle Sache, mit ­einem so erfahrenen Goalie in Kloten zusammenarbeiten zu können.»