Kloten bindet Goalie Fadani bis 2030
Davide Fadani ist in dieser Saison bereits fünfmal zu Klotens Best Player gekürt worden – so oft wie kein anderer Spieler bei den Zürcher Unterländern. Nun hat der 25-jährige Italiener mit Schweizer Lizenz seinen Vertrag bis 2030 verlängert.
In den vergangenen Wochen hat sich Fadani als Nummer 1 der Flughafenstädter etabliert. Königstransfer Reto Berra ist noch deutlich von seiner Meisterform der Vorsaison mit Fribourg-Gottéron entfernt. Die bisherigen Fangquoten sprechen eine deutliche Sprache: Fadani kommt auf 91,69 Prozent, Berra auf 84,62 Prozent.
In den letzten fünf Spielen kam Fadani sogar auf eine Abwehrquote von 94,29 Prozent. Gegen die Lions realisierte er 32 Paraden, zwei der vier Gegentore waren Empty-Netter. «Wir brauchen Punkte, deshalb sind wir nicht glücklich», sagte Fadani gegenüber dem «Klotener Anzeiger» nach dem Derby.
Im vergangenen Februar stand Fadani bei Olympia in mehreren Spielen für Gastgeber Italien im Tor. Dabei sammelte er Erfahrungen gegen die Besten der Besten aus der NHL. Das hat ihn geprägt.
Auch die A-WM in der Schweiz im Frühjahr war eine wichtige Erfahrung. Sich mit den Besten der Welt messen zu können, erhöhe das Selbstvertrauen. Er kennt den Hauptgrund für seine Fortschritte in seiner zweiten Saison in Kloten: «Ich habe mich in mentaler Hinsicht gesteigert.» Als Team müssten sie nun aber einen Weg finden, Spiele zu gewinnen. Trotz der aktuellen Rollenverteilung mit Fadani als Nummer 1 funktioniert die Zusammenarbeit mit Backup Berra weiterhin gut. «Wir unterstützen uns gegenseitig. Er ist momentan nicht glücklich über seine Performance. Dies ist er sich bewusst und er will alles daran setzen, um dem Team helfen zu können.»
Auch in der Zusammenarbeit mit dem neuen Goalietrainer Markus Korhonen hat Fadani im Vergleich zu dessen Vorgänger Tim Bertsche keine wesentlichen Unterschiede bemerkt. «Ich kann oder konnte bei beiden auch persönliche Dinge an- und besprechen. Korhonen hat ein riesiges Hockey-Wissen, und das bringt mir enorm viel.»
Fadani wurde im Nachwuchs des HC Lugano ausgebildet und wechselte vor eineinhalb Jahren aus der Organisation von Ambri-Piotta zu den Flughafenstädtern. Sportchef Ricardo Schödler betonte zur Vertragsverlängerung: «Davide stellt hohe Ansprüche an sich selbst und arbeitet jeden Tag hart daran, sich weiterzuentwickeln.»
Andrea Brändli an der WM in Dänemark
Die aus Kloten stammende Weltklasse-Torhüterin Andrea Brändli (29) bestreitet ab Freitag mit dem Schweizer Nationalteam die Frauen-WM in Dänemark. Im vergangenen Februar hatte sie das Schweizer Team bei Olympia mit ihren Paraden zum Gewinn der Bronzemedaille geführt. Damals wurde sie zudem zur besten Torhüterin der Winterspiele 2026 in Mailand/Cortina gewählt. In der Saisonvorbereitung trainierte Brändli zeitweise bei Klotens Swiss-League-Partnerteam Thurgau, bei dem ihr Bruder Patrick Brändli Sportchef ist. Die Frauen-WM beginnt für Brändli am Freitag mit dem Spiel gegen Olympiasieger USA. Tschechien, Österreich und Deutschland sind die weiteren Gruppengegner.
Die Saison in der besten Frauenliga der Welt, der PWHL, beginnt erst nach der WM am 6. Dezember. Brändli wird dann für Detroit zwischen den Pfosten stehen. Die Franchise aus Michigan wurde im Mai 2026 neu gegründet und nimmt zusammen mit Hamilton, Las Vegas und San Jose erstmals am Spielbetrieb der PWHL teil. Bislang bestand die Liga aus den sechs Gründungsteams Boston Fleet, Minnesota Frost, Victoire de Montréal, New York Sirens, Ottawa Charge und Toronto Sceptres.
In Kürze
Klotens Steigerung
Kloten blieb in den letzten beiden Spielen vor der Länderspielpause ohne Punktgewinn (2:4 in Biel, 0:4 gegen die ZSC Lions). Trotz der siebten Derbyniederlage in Folge und des dritten Saisonheimspiels ohne Torerfolg – zuvor hatte Kloten zu Hause bereits 0:6 gegen Biel und 0:5 gegen Ambri-Piotta verloren – zeigte das Team gegen den souveränen Leader ZSC Lions eine ansprechende Leistung, die auch vom Publikum goutiert wurde. Bei den Abschlüssen an die Torumrandung lag Kloten leicht vorne (2:1). Auch bei den gewonnenen Bullys (32:26 für Kloten) war gegenüber den bisherigen Saisonspielen eine markante Steigerung zu erkennen.
Tabellenlage aus Klotener Sicht
Nach 19 Spielen liegt Kloten mit 18 Punkten auf dem letzten Tabellenplatz, einen Zähler hinter den Rapperswil-Jona Lakers. Auf Rang 12 (Lugano) beträgt der Rückstand vier Punkte, auf Davos auf Rang 10 (letzter Play-In-Slot) sind es deren sechs. Der Abstand zum enorm überraschenden Tabellenzweiten Ambri-Piotta, der ein Spiel weniger als Kloten absolviert hat, beträgt aktuell 15 Punkte.
Weiter geht es für Kloten am Samstag, 14. November, mit dem Auswärtsspiel beim Meister Fribourg-Gottéron. Unmittelbar danach folgt am Sonntag das Heimspiel gegen Genève-Servette (15.45 Uhr). Auch Servette weist zur Länderspielpause eine lange Verletztenliste auf – mit bis zu zehn Absenzen sogar noch mehr als Kloten.