Kleine «Seekuh» geht ins Oberland
Die «Seekuh», das türkisfarbene Mähboot vom Zürichsee, wird dort nicht mehr gebraucht. Auch seine kleine «Schwester» auf der Glatt zügelt in neue Gewässer, denn auch ihre Einsätze wurden selten.
Während vier Jahrzehnten war das imposante türkise Mähboot des Kantons Zürich – im Volksmund «Seekuh» genannt – auf dem Zürichsee unterwegs und hat Hafen- und Badeanlagen von stark wachsenden Wasserpflanzen befreit. Im Herbst 2025 hat das Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft (Awel) die «Seekuh» ausser Betrieb genommen. Der war aufgrund der selten gewordenen Einsätze bei gleichzeitig hohen Betriebs- und Unterhaltskosten nicht mehr wirtschaftlich.
In der Folge gab es einen offenen Brief gegen die Verschrottung des ikonischen türkisfarbenen Wasserfahrzeugs: Die heutige Kunststudentin Jil Zürcher war seit Kindertagen fasziniert davon, sah in der «Seekuh» Potenzial für eine Kunstinstallation und war dazu mit verschiedenen Stellen und Kunstschaffenden im Kontakt.
Nun wird die «Seekuh» auf eine andere Weise erhalten: Das Awel hat mit der interkommunalen Vereinigung für die Abwasserreinigung der Region Morges (ERM) eine Käuferin gefunden. Somit darf das 8-Tonnen-Boot im Lac Léman weitergrasen.
Immer seltener im Einsatz
Auch in der Glatt war eine kleinere Version unterwegs. Doch das teilweise ebenfalls türkise Mähboot zügelt dieses Jahr ins Zürcher Oberland. Dort wird es vom Werkhof Oberland/Seen in Hinwil aus auf den grösseren Seen im Kanton (dem Zürichsee bis zur Kantonsgrenze und ohne die Stadt Zürich sowie dem Greifen- und dem Pfäffikersee) eingesetzt und, falls nötig, auf den Bächen des Oberlandes. Ob das «Seekalb» nochmals wie auf unserem Bild aus dem Jahr 2012 in der Glatt «weidet», ist offen, teilt die Medienstelle der Baudirektion mit: Ein solcher Einsatz käme nur noch bei grosser Hitze und Trockenheit in Frage.
In früheren Jahren befreite das Mähboot jeweils die Glatt vom «Flutenden Hahnenfuss», einer Wasserpflanze, die unter bestimmten Bedingungen unter Wasser meterlange Halme bildet. Durch das Verbot von Waschmittel-Phosphaten, die in den Gewässern als Dünger wirkten, ist das Algen- und Pflanzenwachstum in den Gewässern seit der Anschaffung der Mähboote in den 1980er-Jahren stark zurückgegangen.
Die «Seekuh» verabschiedet sich vom Zürichsee: https://www.instagram.com/reel/DXJ6bFyieAW/?igsh=MTF0amwyaHh2Y2k4cQ==