Keine ideologischen Kampfbegriffe
Leserbrief zu «Partei ergreifen für eine lebenswerte Stadt», Wahlbeilage, «Stadt-Anzeiger» vom 29. Januar
Lieber Thomas Wepf, deinen Beitrag in der Wahlbeilage habe ich mit Interesse gelesen – und mit einem gewissen Schmunzeln, aber auch mit Kopfschütteln. Du verortest auf dem «Opfiker Hang» einen «rechten Politklüngel». Nun, ich sehe am «Opfiker Hang» Menschen, die arbeiten, Steuern zahlen, Unternehmen führen, Kinder grossziehen und Verantwortung übernehmen. Unter ihnen sind auch Arbeitnehmende, Mieterinnen und Mieter, Fussgängerinnen und Fussgänger, Seniorinnen und Senioren und Familien. Also genau auch die Leute, über die du sagst, du und deine Partei würden für sie Partei ergreifen.
Mir ist nicht ganz klar, ob du mit dem «rechten Politklüngel» sämtliche Personen meinst, die «am Opfiker Hang» wohnen oder ob sich das nur auf einzelne Einwohnerinnen und Einwohner beziehen soll. So oder anders: Von einem «Politklüngel» zu sprechen, ist wenig konstruktiv, pauschalisierend, respektlos und billig. Damit betreibst du letztlich genau das, was du zu bekämpfen angibst: Diffamierung und Ausgrenzung ganzer Quartiere und ihrer Bewohner. Und das ausgerechnet von jemandem, der sich moralisch stets auf der «richtigen Seite» wähnt.
Betitelungen wie «rechter Politklüngel vom Opfiker Hang» mögen im linksgrünen Milieu Applaus bringen, helfen aber der Stadt Opfikon kein bisschen weiter. Unsere Stadt braucht keine ideologischen Kampfbegriffe, sondern sachliche, lösungsorientierte Kommunalpolitik: sichere Finanzen, funktionierende Infrastruktur, Ordnung, Sicherheit und ein respektvolles Zusammenleben. Opfikon braucht keine Spaltungspolitik. Was unsere Stadt braucht, sind Politiker, die alle Stadtteile und ihre Bewohnenden ernst nehmen, statt sie gegeneinander auszuspielen – und die verstehen, dass Respekt keine Frage der politischen Gesinnung ist.
Urban Husi, SVP-Sektionspräsident und Gemeinderat