Kampfwahl ums Kirchenpräsidium

Daniel Jaggi

Kloten, Opfikon und Wallisellen schliessen sich zu einer Kirchgemeinde zusammen. Für das Präsidium kommt es zur Kampfwahl: Esther Kissling aus Wallisellen und Peter Reinhard aus Kloten stellen sich zur Wahl.

Die reformierten Kirchgemeinden Kloten, Opfikon und Wallisellen gehen künftig gemeinsam weiter, als Reformierte Kirche An der Glatt. Die Fusion ist aufgegleist, die Arbeiten an der Umsetzung laufen. Demnächst steht die Wahl der neuen Behörde an, und für viele überraschend kommt es beim Präsidium für die Jahre 2028 bis 2030 zu einer Kampfwahl. Gemäss dem provisorischen Wahlvorschlag, der Ende Oktober publiziert worden war,  kandidieren Esther Kissling (Jahrgang 1955) aus Wallisellen und Peter Reinhard (1954)aus Kloten.

Für die sieben Sitze in der neuen Kirchenpflege sind bisher sieben Nominationen eingegangen. Sie verteilen sich auf Wallisellen, Kloten und Opfikon, so wie es der Zusammenschlussvertrag vorsieht.

Partizipativer Führungsstil

Der «Klotener Anzeiger» hat am letzten Donnerstag Peter Reinhard und Esther Kissling um eine Begründung ihrer Kandidaturen gebeten. Reinhard beantwortete die Fragen umgehend und ausführlich. Kissling schrieb am Montag: «Danke für Ihre Anfrage. Diese Woche habe ich Besuch aus Indien. Darum werde ich Ihre Fragen gerne bis 10. oder 11. 11. beantworten.» Nachfolgend deshalb die Ausführungen von Peter Reinhard, der bereits die Kirchgemeinde Kloten präsidiert und die Fusion in den vergangenen Jahren mitgeprägt hat. Er ist in Opfikon aufgewachsen, wohnt seit langem in Kloten und ist auch mit Wallisellen in verschiedenen Bereichen verbunden.

Sein Antrieb zu kandidieren erklärt er so: «Ich habe das Präsidium in Kloten in einer schwierigen Zeit mit grossen Spannungen übernommen. Inzwischen funktioniert die Kirchgemeinde Kloten ausgezeichnet. Die Angebote sind innovativ und die Besucherzahlen sind hoch. Das Team der Mitarbeitenden macht ihre Arbeit mit Freude und ist kompetent. Das ist auf eine gute Teamarbeit zwischen Behörden, Angestellten und Mitgliedern zurückzuführen.» Diese positive Ausstrahlung wolle er auf die ganze neue Kirch­gemeinde übertragen. Dafür bringe er Erfahrung im operativen Bereich und in der strategischen Führung grösserer Firmen mit. Ferner betont er: «Wichtig ist, dass ein Präsident – wie auch die neue Kirchenpflege – nicht mehr für einen Ortsteil der neuen Kirchgemeinde denkt, sondern für die ganze neue Gemeinde.» Seinen Führungsstil beschreibt er als partizipativ. Die Mitarbeitenden sollen zeitnah über alle Beschlüsse informiert und ein wesentlicher Teil der Arbeit und der Angebote sein. Das gelinge nur mit klarer Führung, klaren Strukturen und gemeinsamen Prozessen.

Inhaltlich soll die neue Kirchgemeinde ihre ethischen und religiösen Werte in Gottesdiensten, Musikanlässen und weiteren Angeboten deutlich zeigen. Zugleich will Reinhard auch Menschen erreichen, die der Kirche nicht nahestehen. Ökologische und soziale Anliegen sind für ihn ein wesentlicher Teil davon.

Zur Frage, ob nicht eine jüngere Generation das Präsidium übernehmen sollte, sagt er, aktuell gehe es um viel Formales. Reglemente, Finanzen, Liegenschaften und IT müssten zusammengeführt und unterschiedliche Kulturen vereint werden. Dazu kommen der Aufbau einer Geschäftsleitung, die operativ arbeitet und die strategischen Vorgaben der Kirchenpflege umsetzt, und der Ausbau der Stellen für die Angebote. Das brauche Feingefühl und Erfahrung. Danach sei es der richtige Zeitpunkt, dass sich die «Alten» etappiert zugunsten neuer Führungskräfte mit neuen Ideen zurückziehen.

Von drei Kirchgemeinden zu einer

Mit dem am 14. Juni gefassten Zusammenschluss-Entscheid entsteht aus drei Kirchgemeinden eine. Die technischen Arbeiten haben begonnen: Finanzen, IT, Reglemente und Liegenschaften werden zusammengelegt. Die operative Arbeit soll künftig eine Geschäftsleitung übernehmen, während die Kirchenpflege die strategischen Vorgaben macht.

Als nächster Schritt stimmen die Mitglieder der drei Kirchgemeinden über die neue Kirchenordnung ab. Der Urnengang findet am kommenden 29. November statt. Über das Präsidium und die Kirchenpflege entscheiden die Stimmberechtigten Klotens, Opfikons und Wallisellens am Sonntag, 28. Februar, an der Urne.

 

Sie kandidieren für die Kirchenpflege

Aus Kloten: Marcel Olof Gisel (1952),  Elektronikingenieur FH, Martin Mikula (1972), Ausbilder Tram, Peter Reinhard (1954), Geschäftsführer.

Aus Wallisellen: Esther Kissling Ventocilla (1955), Forstingenieurin ETH,  Rolf Rinderknecht (1953), Stadtschreiber im Ruhestand,  Martin Weber (1956), Fachmann Finanzwesen im Ruhestand.

Aus Opfikon:  Brigitta Steinemann (1962), HR-Verantwortliche.

Für das Präsidium: Peter Reinhard (1954), Kloten, und Esther Kissling Ventocilla (1955), Wallisellen.

Sämtliche Kandidierenden sind parteilos.