Instrumente auf Pump und Secondhand-Uniformen
Musik hat in Opfikon eine 100-jährige Tradition. Die Stadtmusik feiert dieses Jubiläum mit einem Konzert im Januar – und hier mit einem Rückblick auf viele Jahre Freude und Geselligkeit, trotz schwierigem Start.
1927 bis 1967: Aller Anfang ist schwer. Diese Erfahrung mussten die Gründerväter der Stadtmusik Opfikon-Glattbrugg machen. Im Jahre 1927 versammelten sich acht Männer im «Wunderbrunnen» Opfikon und gründeten den Musikverein. Zwar fehlte es den acht nicht an Selbstvertrauen und Enthusiasmus. Nur an Geld fehlte es an allen Ecken und Enden. So mussten sie die ersten Instrumente aus Privatbesitz beisteuern oder als Occasion gekauft werden; ein B-Bass wurde sogar mit geborgtem Geld angeschafft. Doch der Begeisterung für die Musik tat dies keinen Abbruch. Schon im Sommer des Gründungsjahres stellte der Verein sein Können an einem ersten Konzert im Restaurant Löwen unter Beweis. Das Repertoire liess aber nicht so viel zu, und es wurden einige Märsche mehrmals gespielt.
Secondhand aus Wollishofen
In der Folge tat der Musikverein trotz knapper Mittel einiges, um sein Ansehen zu heben. Für einen bescheidenen Preis konnten sie 1928 die alten, aber noch gut erhaltenen Uniformen des Musikvereins Wollishofen übernehmen, die den Bläsern ein respektableres Aussehen verschafften.
Um auch dem Spiel etwas mehr Pfiff zu verleihen, wurden für wichtige Anlässe gute Bläser von auswärts engagiert. Diese liessen sich mit einem Entgelt entschädigen, was die Kasse erheblich strapazierte. Immerhin hatte der Gemeinderat die Bedeutung des Musikvereins für das Dorf Opfikon-Glattbrugg von Anfang an erkannt und ihm einen Jahresbetrag von 200 Franken zugesprochen. Auch Spenden von privater Seite blieben nicht aus, doch mussten die Konzerte hart erarbeitet werden. Vielleicht waren es ja die finanziellen Nöte, welche die kleine Schar an Musiker noch enger zusammenschweissten. «Mit Musik Freude erleben und anderen Freude bereiten» und gleichzeitig gute Geselligkeit pflegen blieb das wichtigste Ziel.
1949: Musiktag in Glattbrugg
Nach und nach stellten sich bald die ersten Erfolge ein: Anlässlich des Unterländer Musiktages in Glattbrugg im Jahre 1949 fand ebenfalls eine Uniformenweihe des Musikvereins Opfikon-Glattbrugg statt.
Von nun an ging es rapide aufwärts mit dem Verein, so dass bereits 1953 das eidgenössische Musikfest in Freiburg besucht wurde und der Musikverein mit einem silbernen Lorbeerkranz nach Hause kam. Der Verein machte zusehends sehr gute Fortschritte: Im Jahre 1960 – unter der Leitung von Hans Steffen (1958–1980 Dirigent der Stadtmusik) – beteiligte sich der Verein am Kantonalen Musikfest in Bäretswil in der Stärkeklasse 3/H. Mit der bekannten Ouvertüre «Pastorale» und dem Wahlstück «Auf zum Spiel» und «Symbol of Honor» schloss der Verein diesen Wettbewerb mit dem goldenen Lorbeerkranz ab.
Der Erfolg zeigte sich auch in den Mitgliederzahlen: Bis 1967 musizierten 39 begeisterte Musiker in der Stadtmusik Opfikon-Glattbrugg.
100 Jahre nach der Gründung des Musikvereins ist der Slogan der heutigen Stadtmusik der gleiche wie 1927: mit Musik Freude zu bereiten – und zwar vor möglichst grossem Publikum. Am 29. und 30. Januar 2027 finden deshalb zwei Jubiläumskonzerte im Forum St. Anna statt –eines am Nachmittag und eines abends.
Es freut uns, Sie an diesem Konzert begrüssen zu können.
Iris Weber, Präsidentin Stadtmusik Opfikon-Glattbrugg
Informationen: www.stmog.ch