Hitzesommer beschert Opfikon frühe Spitzenernte
Bereits eine Woche früher als im Vorjahr ernteten die Genossenschafter der RGO am Samstag vergangener Woche die ersten Trauben des Jahres. Der aussergewöhnlich heisse und trockene Sommer hat den Reifeprozess deutlich beschleunigt.
Ein leicht bewölkter Samstagmorgen auf der Rebhalde in Opfikon. Zwischen den 1000 Rebstöcken herrscht bereits um neun Uhr reges Treiben. Zwölf Genossenschafterinnen und Genossenschafter der Rebberg Genossenschaft Opfikon (RGO) sind unter Leitung von Rebmeister Werni Brunner zum ersten Erntedurchgang des Jahres zusammengekommen.
Mit Scheren und Kübeln machen sie sich zunächst an die weissen Trauben. Bis in die frühen Mittagsstunden wird gepflückt, gewogen und sortiert.
Weiss vor Rot
Dass zuerst die weissen Sorten Muscaris, Divona und Souvignier gris geerntet werden, hat einen praktischen Grund: «Man fängt mit den Trauben mit weissem Saft an, damit man die Presse nicht reinigen muss», erklärt Brunner. Würde man zuerst die roten Trauben verarbeiten, gelangte deren Farbstoff, der sich in der Beerenhaut befindet, in den nächsten Wein.
Rund 290 Kilogramm werden pro Sorte geerntet, ehe im Anschluss auch Divico und Cabernet Jura an der Reihe sind. Der Regent hingegen darf noch etwas länger an den Reben hängen: Er wird erst bei einem zweiten Erntedurchgang später im Jahr gepflückt.
Früh ernten dank Trockenheit
Verantwortlich für die frühe Reife ist der diesjährige Hitzesommer. «Wenn es sehr trocken ist wie dieses Jahr, sind die Reben nicht damit beschäftigt, Pilzkrankheiten zu bekämpfen», erklärt Brunner den Zusammenhang. Pilze brauchen Feuchtigkeit – bei anhaltendem Regen muss die Pflanze Energie aufwenden, um sich gegen den Befall zu wehren.
Bleibt es hingegen trocken und heiss, haben es die Pilze deutlich schwerer, und die Reben können ihre Kraft in die Reifung stecken. «Deswegen sind wir so früh dran mit der Ernte.»
Ganz ohne Risiko ist ein Hitzesommer allerdings nicht: Wird es zu heiss, stellt die Pflanze die Zuckereinlagerung ein, und die Früchte bleiben klein. Auf der Opfiker Rebhalde blieb dieses Szenario aber aus. «Das war hier kein Problem, denn es hatte immer genügend Schatten», so Brunner.
Premiere an der Bundesfeier
Brunners Fazit zum Erntejahr fällt entsprechend positiv aus: «Es gibt ein gutes Jahr. Die Menge ist etwas kleiner als letztes Jahr, aber die Qualität der Trauben ist ausgezeichnet. Das wird ein gutes Aroma geben.»
Aus den geernteten Trauben entstehen wie gewohnt drei Weine: Rotwein, Rosé und Weisswein; ausserdem eine «Barrique»-Variante (gereift im Eichenfass) sowie Opfiker «Marc», ein Weinbrand. Erhältlich sind sie über den Onlineshop der Genossenschaft sowie in Opfiker Restaurants wie dem «Frohsinn» und im Glattpark beim Graffland. Auch an lokalen Festen ist die RGO regelmässig vertreten. Dieses Jahr feierte man dabei eine kleine Premiere: Erstmals wurde der «Opfiker» auch an der Bundesfeier ausgeschenkt. «Das hat uns sehr gefreut», sagt Brunner.
Weitere Wein-Informationen und Bezugsmöglichkeiten: www.rgo.ch/store