Hagelsturm Ende August: Opfiker Autodrehleiter half in Seuzach
Opfikon wurde beim verheerenden Gewittersturm von Ende August zwar vor dem Gröbsten verschont. Dennoch war die Opfiker Feuerwehr involviert und betrieb in der Nähe von Winterthur Schadensbegrenzung.
Tennisballgrosse Hagelkörner, überflutete Strassen, umherfliegende Gartenmöbel, abgedeckte Dächer, durchlöcherte Fassaden und Storen, zerschlagene Scheiben, Autos und Solaranlagen sowie verwüstete Felder: Der kurze, aber äusserst heftige Hagelsturm am Freitagmorgen, 28. August, hat in der Region ein Bild der Verwüstung und Schäden in Millionenhöhe hinterlassen. Das Unwetter zog glücklicherweise etwas nördlich an Opfikon vorbei, traf aber mit voller Wucht das Unterland und die Region Winterthur.
Dorthin musste auch die Stützpunktfeuerwehr Opfikon ausrücken: In Seuzach führte das Unwetter nicht nur zu Schäden an Gebäuden – unter anderem Schulhäusern –, sondern auch zu 40 Verletzten, mehrheitlich Kindern, von denen mehrere ins Spital mussten. Für die Betreuung der betroffenen Schulklassen stand Care Kanton Zürich im Einsatz. Insgesamt mussten über 100 Personen in den Spitälern Bülach und Winterthur wegen Platzwunden und weiterer Blessuren medizinisch versorgt werden.
Die Opfiker Autodrehleiter verhinderte, dass weitere Ziegel und anderes Dachmaterial herunterstürzte und ermöglichte erste Reparaturen an den Dächern. Die Stützpunktfeuerwehr Kloten ihrerseits war in derselben Sache in der Bülacher Altstadt engagiert.
GVZ: «Massenschadenereignis»
Aktuell geht die Gebäudeversicherung des Kantons Zürich (GVZ) auf Basis einer vorläufigen Hochrechnung von einer Schadensumme von rund 200 Millionen Franken aus. Am Montag lagen der GVZ rund 14 900 Schadenmeldungen vor.
Das Unwetter zog am Freitagmorgen aus westlicher Richtung über mehrere Kantone und über Bülach, Rorbas, Freienstein, Embrach, Dättlikon, Neftenbach, Seuzach, Dinhard und Rickenbach weiter Richtung Thurgau und Bodensee. Stark betroffen war zudem die Stadt Winterthur. Die meisten Schäden betreffen laut GVZ Dächer, Ziegel, zerschlagene Oberlichter oder Dachfenster. Hinzu kommen viele Schäden an Photovoltaikanlagen oder Storen.
An einigen Stellen wurden Hagelkörner mit einem Durchmesser von 4 bis 6 Zentimeter gemessen. Regional starke Windeffekte haben den Hagelschlag zusätzlich verstärkt. Die Eisgeschosse richteten zudem immensen Schaden in der Landwirtschaft an. Ganze Kulturen wurden zerstört. Das Schadenvolumen an versicherten Kulturen – und das sind bei weitem nicht alle – wird auf bis zu 10 Millionen Franken geschätzt. Besonders betroffen sind Wein-, Mais-, Zuckerrüben- und Gemüsekulturen.