Glattalbahn-Verlängerung: Tramstreit spitzt sich zu
In Kloten formiert sich erneut Widerstand gegen die geplante Verlängerung der Glattalbahn vom Flughafen ins Industriegebiet Steinacker. Die Interessengemeinschaft (IG) Pro Altbach hat Ende Juni das Referendum gegen den Beschluss des Zürcher Kantonsrats ( «Stadt-Anzeiger» vom 25. Juni) ergriffen. Dazu sind bis 18. August 3000 gültige Unterschriften von Schweizer Stimmberechtigten nötig.
Keine leichte Aufgabe, wie auch Atef Isaac einräumt. «Wir sind aber optimistisch, das Ziel zu erreichen», sagt das IG-Vorstandsmitglied. Weil es sich um einen kantonalen Entscheid handelt, kann auch in anderen Gemeinden des Kantons gesammelt werden. Isaac bestätigt denn auch: «Wir sammeln beispielsweise auch in Winterthur, Dietikon oder Bassersdorf.» Das Komitee ist nicht grundsätzlich gegen den Ausbau des öffentlichen Verkehrs, sondern vielmehr gegen die vorgesehene Linienführung entlang des Altbachs, weil dort in einer der letzten grösseren zusammenhängenden Grünzonen Klotens Hunderte von Bäumen sowie Hecken und Sträucher gefällt werden müssten.
«Ökologisch besonders wertvoll»
Die IG Pro Altbach bezeichnet den Bachraum als ökologisch besonders wertvoll. Alte Bäume würden einen wichtigen Beitrag zur Luftqualität leisten, Schatten spenden und die Auswirkungen sommerlicher Hitze mindern. Diese Naturwerte dürften nicht für den Bau einer Tramlinie und einer Velohauptverbindung geopfert werden, argumentiert das Komitee. Sie fordern deshalb eine alternative Linienführung, welche den Naturraum entlang des Altbachs besser schützt.
Neben den ökologischen Auswirkungen kritisieren die Referendumsführer auch die Kosten des Vorhabens. Das Gesamtprojekt umfasst einen Staatsbeitrag für die Glattalbahn-Verlängerung sowie Objektkredite für eine Velohauptverbindung und Hochwasserschutzmassnahmen in Kloten – insgesamt 543 Millionen Franken. Kommt das Referendum mit 3000 gültigen Unterschriften zustande, wird es eine Volksabstimmung geben.
SVP mit Rückweisung gescheitert
Im Kantonsrat war die Linienführung entlang des Altbachs aber nie ein Thema. Kritisiert wurden vielmehr die hohen Kosten der Velohauptverbindung (rund 100 Millionen Franken). Die SVP beantragte vergeblich eine Rückweisung oder Kürzung des Projekts, der Rat hat das Gesamtprojekt mit einem Kantonsbeitrag von rund 290 Millionen Franken genehmigt.