Fans fordern: «Schluefweg muss wieder leben»

Daniel Jaggi

Fans und Unterstützer des EHC Kloten machen sich Sorgen um die Zukunft ihres Klubs – und wenden sich mit einer Online-Petition an VR-Präsident Jan Schibli.

Seit Jahren darf der EHC Kloten auf die grosszügige Unterstützung von Jan Schibli zählen. Doch nun haben sich Fans und Engagierte des Klubs mit einem ungewöhnlichen Schritt an ihn gewandt: mit einem offenen Brief, der keine Lobeshymnen enthält. Vielmehr seien sie «in grosser Sorge um die Entwicklung des Vereins», heisst es im Brief. Was die Verfasserinnen und Verfasser beschreiben, klingt nach einem schleichenden Niedergang: einer Entfremdung zwischen Klub und Fans, einer verlorenen Identität, einer Atmosphäre, die junge Menschen fernhält, statt sie anzuziehen. Die Zahlen würden ihnen recht geben, schreiben sie, so weise der EHC Kloten die tiefste Stadionauslastung der gesamten National League auf. Auf Nachfrage betont der Klub: «Die effektiven Drehkreuzzahlen sind seit Wiederaufstieg konstant (+/–1,5%). Unabhängig von der Petition bleibt die Zuschauerzahl unser grösstes kurz- bis mittelfristiges Potenzial», so Sprecherin Dominique Nigg. Man investiere verstärkt personelle und auch immer mehr finanzielle Ressourcen, um dieses Potenzial besser auszuschöpfen.

Eine Vision für morgen

Die Petitionäre haben eine konkrete Vorstellung davon, wie es anders sein könnte: ein lebendiger Schluefweg, der wieder Heimat sei, wo junge Fans, die ihre Freunde mitbringen könnten, sich auf Sitz- und Stehplätzen begegnen. Also eine bunte Fankurve, die für eine mitreissende Stimmung sorgt. Das sei keineswegs Nostalgie, betonen die Verfasser. «Es ist eine strategische Notwendigkeit, damit dieser Verein auch in Zukunft auf eine breite Massenbasis zählen darf.» Das sieht man auch beim Klub so. Allerdings wehrt man sich gegen largere Kontrollen, wie sie von den Fans gefordert werden. Nigg betont, dass die Sicherheit für alle und das Einhalten der Regeln ein wichtiger Faktor sei. Die Kontrollen seien so ausgestaltet, dass diese Aufgabe bestmöglich erfüllt werden könne. Den Bestrebungen zur Schaffung zusätzlicher Begegnungsräume stehe aber auch der Klub positiv gegenüber. «Derzeit befindet sich ein konkretes Projekt in der Bewilligungsphase, das eine zusätzliche Begegnungszone als Ergänzung zur ‹Wöschchuchi› vorsieht.» 14 Thesen wurden in einem mehrseitigen Papier verfasst. Als erster und wichtiger Schritt werden stark vergünstigte Tickets für Kinder und Jugendliche – insbesondere auf den Stehplätzen der günstigsten Kategorie – gefordert.  Allerdings: Gemäss einem kürzlich vorgenommenen Preisvergleich des «Tages-Anzeigers» verlangt der EHC Kloten für eine vierköpfige Familie mit 141.60 Franken den zweitgünstigen Eintrittspreis der Liga nach Genève-Servette (116 Franken). Nigg betont: «Wir sind der gleichen Meinung und setzen weiter auf noch attraktivere Angebote für Kinder, Jugendliche und Familien. In der kommenden Saison erweitern wir unser Angebot mit einem Family-Sektor.»

Doch günstige Preise allein würden nicht reichen, sagen die Petitionäre. Entscheidend sei das Klima: Offenheit, Respekt und Begegnung statt Misstrauen und Kontrolle. «Fans, die sich zugehörig fühlen, bringen Freunde mit, kaufen Saisonkarten und investieren in ihren Klub», so die Überzeugung der Briefschreiber. Ferner werden ein «echter Kulturwandel» und eine «operative Führung» gefordert, die diesen Wandel «aus Überzeugung» vorantreibt.

Appell an Schibli

Jan Schibli wird im Brief nicht als Schuldiger angesprochen, sondern als Hoffnungsträger. Die Unterzeichnenden zeigen sich überzeugt: Mit klaren Zeichen, den richtigen Mitarbeitenden und dem gemeinsamen Willen zur Veränderung könne der Schluefweg wieder das werden, was er einmal war – und was dieser Klub verdient.

Bis am Mittwoch ist die Petition von knapp 1400 Personen unterzeichnet worden.

Saisonkartenverkauf ist gestartet

Am 2. April ist der Saisonkartenverkauf für die neue Saison gestartet. Es gibt einige Neuerungen, die man auf www.ehc-kloten.ch unter «Tickets» aufrufen kann. Ebenso ist hier die Preisliste zu finden.

Zum Thesenpapier: www.stehplaetz-schluefweg.ch