Erste Kandidaturen für Schulpflege und -präsidium
Mit Silvia Messerschmidt bewirbt sich nicht nur ein langjähriges Schulpflegemitglied um den Posten des Präsidiums, sondern die Vizepräsidentin. Sämtliche Opfiker Parteien unterstützen sie.
Insgesamt 14 Jahre arbeitet Silvia Messerschmidt bereits in der Opfiker Schulpflege mit. Ein zweijähriger Unterbruch rührt daher, dass sie 2022 für einen SVP-Gemeinderatssitz kandidierte – und ihn auch bekam, indem sie von ihrem Listenplatz 9 drei Plätze vorrückte. Als Ende 2024, nach dem Rücktritt des damaligen Schulpräsidenten Norbert Zeller, eine Ersatzwahl für die Schulpflege notwendig wurde, kandidierte sie mit dem Segen aller Opfiker Parteien wieder – und wurde gewählt. Seit der letzten Konstituierung amtete Silvia Messerschmidt auch als deren Vizepräsidentin des neu gewählten Schulpräsidenten Reto Bolliger.
Dieser gab im Sommer seinen Rücktritt per September bekannt. Am 10. September hat die SVP deshalb die 52‑jährige Silvia Messerschmidt als Kandidatin fürs Präsidium nominiert. «Sie kennt den Laden», begründet SVP-Präsident Urban Husi am Telefon ihre Nomination. «Und auch die Art, wie sie Probleme angeht: pragmatisch, lösungs- und teamorientiert.» Deshalb werde sie auch von den anderen Parteien portiert – und von der Interparteilichen Konferenz (IPK), welche solche Personalien vorbereitet, offiziell zur Wahl vorgeschlagen.
Bei den Kandidierenden für den frei werdenden Sitz in der Schulpflege habe sich die IPK die Wahl aber nicht einfach gemacht, so EVP-Präsidentin Heidi Kläusler-Gysin, die für die IPK als Aktuarin amtet: «Wir haben in drei Sitzungen mehrere gute, sehr qualifizierte Bewerbungen geprüft», sagt sie gegenüber dem «Stadt-Anzeiger». IPK-Mitglied Urban Husi findet sogar: «Alle waren topmotiviert. Am liebsten hätten wir alle drei genommen.» Geeinigt hat man sich dann auf den 40‑jährigen Thomas Bigliel von der FDP als neuen Schulpfleger.
Ein bewusster Entscheid
«Ich bin 2025 bewusst wieder in die Schulpflege eingestiegen, weil mir die Schule und ihre Entwicklung wichtig sind», schreibt Silvia Messerschmidt auf eine entsprechende Anfrage des «Stadt-Anzeigers». Eine Kandidatur für das Schulpräsidium sei damals jedoch nicht ihr Ziel gewesen. Das habe sich aus ihrer aktuellen Tätigkeit in der Schulpflege und insbesondere aus der heutigen Situation heraus entwickelt.
Als Vizepräsidentin nehme sie bereits jetzt auch präsidiale Aufgaben wahr. Dadurch habe sie nochmals einen sehr konkreten Einblick in die Aufgabe und die Verantwortung des Schulpräsidiums erhalten. «Dass ich nun für das Präsidium kandidiere, ist deshalb eine Entscheidung, die aus der bisherigen Arbeit und Bereitschaft entstanden ist, in dieser anspruchsvollen Situation Verantwortung zu übernehmen.»
Silvia Messerschmidt ist seit 14 Jahren für die SVP Schulpflegerin. Bild zvg
Thomas Bigliel ist Vizepräsident der Opfiker FDP und hat Parlamentserfahrung. Bild zvg
Erste Kandidaturen für Schulpflege und -präsidium
Auf die mögliche neue Präsidentin warten anspruchsvolle Herausforderungen. Dazu gehören insbesondere die Entwicklung der Schülerzahlen (welche derzeit leicht rückläufig sind, Anm. d. Red.) und die damit verbundenen Veränderungen bei der Klassenorganisation, aber auch die Weiterentwicklung der Schulstrukturen und die Sicherstellung einer guten Schulqualität. «Gleichzeitig ist es wichtig, dass die Schule als Organisation gut aufgestellt ist und die verschiedenen Verantwortlichkeiten klar wahrgenommen werden.»
Einen «Aktionsplan» für die ersten Arbeitstage hat sie absichtlich nicht: «Mir ist es wichtig, nicht mit voreiligen Einzelmassnahmen zu starten. Es stehen bereits wichtige Themen und Entscheide an. Diese möchte ich konsequent angehen und gleichzeitig dafür sorgen, dass die Schulpflege über gute fachliche Entscheidungsgrundlagen verfügt und ihre strategische Verantwortung wahrnehmen kann. Dazu gehören für mich klare Zuständigkeiten, eine verlässliche Zusammenarbeit und eine frühzeitige Information der zuständigen Gremien.»
Und worauf freut sie sich besonders, wenn sie gewählt wird (und davon ist angesichts der Unterstützung aller Parteien auch auszugehen)? «Darauf, Verantwortung zu übernehmen und gemeinsam mit der Schulpflege die Schule weiterzuentwickeln.» Besonders wichtig sei ihr eine konstruktive Zusammenarbeit mit den verschiedenen Beteiligten. «Ich möchte dazu beitragen, dass auch anspruchsvolle Themen sachlich und lösungsorientiert angegangen werden und die Schule sich langfristig gut entwickeln kann.»
Quereinsteiger mit Erfahrung
Kandidat für die Schulpflege ist Thomas Bigliel. Der Vizepräsident der Opfiker FDP, Jahrgang 1986, bringt bereits politische Erfahrung mit: Von 2018 bis 2022 gehörte er dem Bündner Kantonsparlament und dem katholischen Landeskirchenparlament an; im Freisinn engagiert er sich seit 2008. «Opfikon hat eine hohe Lebensqualität und ein aktives Dorfleben», sagt der Unternehmer und Hochschuldozent, der seit mehreren Jahren im Glattpark lebt. «Es gibt aber auch Herausforderungen, die mit dem Wachstum der Stadt und ihrer Nähe zu Zürich zusammenhängen.»
Seine Kandidatur für die Schulpflege habe sich diesen Sommer angebahnt, sagt Bigliel. «Ich bin eine engagierte Person und packe gerne an.» Er absolvierte zunächst eine Berufslehre als Konstrukteur und studierte später berufsbegleitend bis zum Doktorat. «Ich bin also quer durchs Schweizer Schulsystem gegangen und denke, dass ich verschiedene Seiten davon gut nachvollziehen kann», sagt der Wahlzürcher mit Bündner Dialekt.
In der Schulpflege möchte er sich konstruktiv ins bestehende Kollegium einbringen und dazu beitragen, die Qualität der Schule weiterzuentwickeln. Zu Beginn wolle er sich einen Überblick verschaffen: Was funktioniert gut, wo besteht Handlungsbedarf? Dabei sei ihm wichtig, die Sicht von Schülerinnen und Schülern, Eltern, Lehrpersonen und Schulleitungen einzubeziehen. Die Schulleitungen sollen so gute Rahmenbedingungen erhalten, um ihre Aufgaben konzentriert wahrnehmen zu können.
Für FDP-Präsident Dario Petrovic ist Bigliel ein Glücksfall: «Ich wurde nicht gerade überrannt von Anfragen», sagt er. Die Schule befinde sich in einer Abwärtsspirale. Deshalb sollte die Person politisch und auch fachlich erfahren sein, und beides treffe auf Thomas Bigliel zu.
Wie die Wahl funktioniert
Die Ersatzwahl fürs Schulpräsidium kann nach dem Verfahren der stillen Wahl durchgeführt werden, sofern nur ein Wahlvorschlag vorliegt. Erster Einsendeschluss für Wahlvorschläge war der vergangene Montag, 21. September.
Weitere 7 Tage lang können die Wahlvorschläge noch geändert, zurückgezogen oder auch neue eingereicht werden. Jeder Wahlvorschlag muss von mindestens 15 Stimmberechtigten mit politischem Wohnsitz in Opfikon unterzeichnet werden.
Die Stadt publiziert die Wahlvorschläge für die Schulpflege dann am 29. September auf www.epublikation.ch.
Falls nur ein Wahlvorschlag gültig ist, gilt diese Person als still gewählt.
Falls bis kommenden Dienstag mehr als ein Wahlvorschlag gültig ist, findet am Sonntag, 29. November, ein erster Wahlgang statt. Die Wahl wird mit leerem Wahlzettel und Beiblatt durchgeführt, auf dem alle Kandidierenden in alphabetischer Reihenfolge aufgeführt sind. Ein allfälliger zweiter Wahlgang wäre am Sonntag, 28. Februar 2027. (rs.)