Energie Opfikon übernimmt Energieverbund Airport City
Nach dem Zerwürfnis hat sich die Energie Opfikon AG mit der früheren Partnerin geeinigt: Die EO AG übernimmt nicht nur das Projekt «Energieverbund Airport City», sondern auch die bereits akquirierten Kunden.
Vor rund sechs Jahren hat die Genossenschaft Elektra Baselland EBL begonnen, zusammen mit der Energie Opfikon AG einen Energieverbund für die «Airport City» zu planen. Das Gewerbe- und Industriegebiet zwischen Schaffhauser- und Birchstrasse mit grossen Energiebezügern einerseits und den Rechenzentren als Wärmelieferanten andererseits ist prädestiniert dafür. Die Basler verfügen zudem über die Erfahrung aus 50 solchen Verbünden, welche das Unternehmen mit Sitz in Liestal betreibt. Vor diesem Hintergrund stellte EBL auch die Berechnungen zur Wirtschaftlichkeit an und handelte mit Kunden und Lieferanten Verträge aus.
Doch der Opfiker Stadtrat erklärte 2024 die Wärme- und Kälteversorgung zu einer öffentlichen Aufgabe wie Strom und Wasser und will gleiche Bedingungen für alle in der Stadt – was in den EBL-Verträgen nicht vorgesehen war. Diese unterschiedlichen Vorstellungen führten schliesslich dazu, dass EO den Zusammenarbeitsvertrag mit EBL im September 2025 gekündigt hat, um die Planung selber an die Hand zu nehmen («Stadt-Anzeiger» vom 11. September).
Projekt und Kunden übernommen
Inzwischen ausgestattet mit einer stadträtlichen Konzession für die Versorgung von ganz Opfikon, hat sich die EO AG im Januar mit EBL geeinigt: Sie übernimmt das komplette Projekt «Energieverbund Airport City», einschliesslich aller schon akquirierten Kunden. «Um künftig im gesamten Stadtgebiet eine einheitliche Tarifstruktur zu gewährleisten, wird die EO AG den übernommenen EBL-Kundinnen und Kunden ein darauf ausgerichtetes, aktualisiertes Angebot unterbreiten», so die Opfiker Energieversorgerin in einer Mitteilung. Bereits temporär durch die EBL versorgte Kunden würden von der EO AG weiterhin mit Wärme versorgt. Ebenfalls übernommen würden die Verträge mit den Datacentern von Digital Realty für die Nutzung der Abwärme.
«Wir danken der EBL für die konstruktive Zusammenarbeit und ihr Engagement für eine zukunftsweisende, umweltfreundliche und verlässliche Wärmeversorgung im Gebiet Airport City», wird Janez Žekar, Geschäftsführer der EOAG, weiter zitiert. «Es freut uns besonders, dass wir gemeinsam eine Lösung finden konnten – zum Wohl der Kundinnen und Kunden und im Hinblick auf die integrale Wärmeversorgung der gesamten Stadt Opfikon» – etwas, das nach den Differenzen nicht zu erwarten war.
Schrittweiser Ausbau
Ausgehend von der bestehenden Wärmeversorgung im Glattpark, welche die EO AG vom ewz (Elektrizitätswerk der Stadt Zürich) übernehmen wird, soll der Ausbau nun schrittweise über das gesamte Stadtgebiet erfolgen. Schon letztes Jahr 2025 wurden im Zuge der Sanierung der Thurgauerstrasse Leitungen für die Querung eingebaut. Dieses Jahr folgen Wärmeleitungen in der Stinson-Strasse sowie in der Lättenwiesenstrasse, was den Anschluss der ersten Liegenschaften ausserhalb des Glattparks ermöglicht.
Abgestimmt auf die Anforderungen des künftigen integralen Wärmenetzes der Stadt Opfikon plant die EO AG eine Energiezentrale auf dem Grundstück der Kläranlage AKO. Der Baubeginn ist für Sommer 2027 vorgesehen. Ab 2029 soll Fernwärme im Gebiet Airport City verfügbar sein und helfen, das städtische Netto-Null-Ziel bis 2050 zu erreichen.