Echo
Sonntags- statt 1.-August-Rede
«Starke Schweiz beginnt in starken Gemeinden», «Stadt-Anzeiger» vom 13. August
Eine Sonntagsrede par excellence … leider mit vielen Unwahrheiten.
Zusammenhalt? Die Schweiz ist gespaltener denn je. Sieht man alleine nur schon am Stimmverhalten bei eidgenössischen Abstimmungen. Rechte Anliegen oder Volksinitiativen finden kaum Wähler beim linken Politikspektrum und – vice versa – sogar dann nicht, wenn es zu Gunsten einer grossen Mehrheit der normalen Bevölkerung wäre (also auch für die jeweilige Gegenseite).
Demokratie? Eine wahrhaftige Demokratie erfordert zwingend eine freie, unabhängige, kritische und ausgewogene Presse, Gewaltenteilung, höchstmögliche Transparenz, Steuererträge, die zur Förderung des Volkes oder des Landes eingesetzt würden, und Politiker, die dem Land, dem Volk und nicht dem Kapital, NGOs oder fremden Hauptstädten dienen.
Weder haben wir einen öffentlichen Rundfunk, der die Verfassung respektiert und seinen Gesetzesauftrag erfüllt, noch haben wir keine richtige Gewaltenteilung. Transparenz fehlt auch; unsere Landespolitiker (Bundesrat, Ständerat und Nationalrat) dienen in erster Linie längst nicht mehr dem Volk und es werden Steuern in Milliardenhöhe veruntreut. Erwähnenswert sind nur schon die Milliarden, die in das korrupteste Land Europas fliessen (Ukraine) – gleichzeitig jammert man in Bern, man könne sich die 13. AHV-Rente kaum leisten …
Statt Schönfärberei in Ansprachen bevorzuge ich die knallharte Realität. Die Schweiz steht noch besser da als die meisten anderen Länder, aber auch hier spürt man die Veränderungen und den schleichenden moralischen Zerfall.
Alessandro Stare, Glattpark
Wie viele Räume für die Schule? Und wie viele für die älteren Menschen?
«5 Klassen weniger» / «Stadt-Anzeiger» vom 30. Juli
Weil weniger Kinder als prognostiziert, sind es effektiv 3 Kindergärten und 5 Primarschulklassen. Soll man darüber jetzt lachen, weinen oder sich masslos aufregen? Wann waren die Eröffnungen der letzterstellten Schulhäuser Glattpark und Bubenholz? Sehr weit liegen diese Daten nicht zurück, da wusste Otto Normalverbrauer längst, dass die Schülerzahlen seit 5, 10 Jahren rückläufig sind.
Natürlich las ich das kleiner Gedruckte auch, wonach der Kanton eine höhere Anzahl Schulplätze forderte. Als würde der Kanton schneller wissen, wie sich die Zahlen in einzelnen Orten und Städten entwickeln, als diese selbst. Ob dies letztlich überhaupt der effektive Grund war, bleibe dahingestellt. Ich persönlich bin nicht überzeugt, man darf mutmassen.
Grundsätzlich stellt sich die Frage, wie krank das Schulsystem heute überhaupt ist. Es braucht Ruheräume (oder nennen sich diese Erholungsräume?), Dolmetscher (!), Psychologen, Assistenzlehrer – alle erfordern Räume …
Das Pendant zu den Kindern und Schülern in unserer Gemeinde sind Ältere, Senioren, weniger Mobile. Was geschieht auf diesem Gebiet? Als älterer Einwohner interessiert mich dies fast mehr. Bis Umbau oder Erweiterung im Gibeleich beendet sein werden (Überalterung, man kann es seit einigen Jahren lesen), reichen die Plätze längst nicht mehr oder kaum noch – dies meine Prognose. Eine Herausforderung für die Stadt.
Peter Debrunner, Glattbrugg
Platzproblemim Glattpark
«Massnahme gegen Parkchaos zeigt Wirkung» / «Stadt-Anzeiger» vom 13. August
Der Bürger fragt sich, warum in der Schweiz in Neusiedlungen so eng gebaut werden muss, so dass es schon nach kurzer Zeit zu engen Platzverhältnissen kommt. Die Schweiz könnte viel grosszügiger bauen, Platz hätte es ja. Das Problem der Schweiz: Sie ist längst zur neoliberalen Schweiz verkommen, wo jeder Franken herausgepresst werden muss. Engere Strassenverhältnisse bedeuten schliesslich mehr Platz für teure Wohnungen…
Pietro Monfalcone