Dr. Gamble: Brauen bis zum Bumm

Thomas Enderle

Zu viele Köche verderben den Brei. Was in der Küche gilt, ist erst recht wahr in der Hexenstube. Denn wenn zu viele Hexen beim Brauen ihre Zutaten wahllos in den Kessel werfen, kann einem das um die Ohren fliegen. Das ist die Einbettung bei «Bobbidi Boom!».

Jeder Spieler schlüpft in die Rolle einer Hexe, die am gleichen Zaubertrank kochen. Doch es ist Vorsicht geboten, denn die falsche Zutat kann den Topf zum Explodieren bringen – was für den schuldigen Spieler nicht besonders positiv ist.

Gespielt wird mit Zutatenkarten: Jede zeigt eine von fünf Ingredienzien: Fliegenpilze, Knochen, Federn, Alraunen und Augen. Zu Beginn erhält jeder vier bis fünf dieser Karten zufällig, dazu noch eine, die eine Zutat doppelt zeigt. Einmal darf man sich die Karten anschauen, um einen Eindruck seines Vorrats zu haben. Danach werden die eigenen Karten gemischt und als eigener Ablagestapel vor einem hingelegt. Das Spiel geht über mehrere Runden. In jeder wird gemeinsam ein Trank gebraut, bis alle Spieler entweder ausgestiegen oder «explodiert» sind. Dabei geht es um neue Karten aus dem Zutatenregal. Diese haben neben Spezialeffekten vor allem auch Siegpunkte. Gespielt wird reihum. Ist man an der Reihe, kann man passen oder seine oberste Karte aufdecken. Dabei muss man einen Blick auf das aktuelle Limit haben: Zu Beginn explodiert der Topf, wenn drei gleiche Zutaten aufgedeckt wurden. Wer überschiesst, erhält einen Marker mit der Explosions-Seite und scheidet für die Runde aus. Wer aussteigt, bekommt den Marker mit neutraler Seite. In beiden Fällen erhöht sich das Limit für die verbleibenden Spieler um eins. Gespielt wird, bis alle bis auf einen Spieler ausgeschieden oder ausgestiegen sind.

 

«‹Bobbidi Boom!› ist ein witziges, schnellesKartenspiel.»

Thomas Enderle, Spieletester

 

Nun geht es an die Zutatenverteilung: Beginnend beim Rundensieger und dann in umgekehrter Reihenfolge des Aussteigens darf man eine Karte aus dem Zutatenregal nehmen. Dabei dürfen Spieler, die gepasst haben, aus allen Karten auswählen. Explodierte müssten die Karte mit dem niedrigsten Siegpunktwert nehmen. Diese werden in die eigenen Karten gemischt. Danach beginnt die nächste Runde.

Alle neuen Zutaten haben Spezialeffekte, wenn sie aufgedeckt werden: Man kann sich etwa die nächste Karte anschauen oder muss gleich eine zweite aufdecken. Die negativen Spezialeffekte sind auf den Karten mit wenig Siegpunkten zu finden. Ein Grund mehr, diese Karten zu vermeiden. Nach sieben bis neun Runden (je nach Spieleranzahl) wird abgerechnet. Wer die meisten Siegpunkte hat, gewinnt.

Dr. Gamble meint: «Bobbidi Boom!» ist ein witziges, schnelles Kartenspiel mit klassischer «Push your Luck»-Komponente. Soll man es wagen, länger im Spiel zu bleiben, um die bessere Karte im Zutatenregal zu ergattern, die mehr Punkte, aber vor allem bessere Spezialeffekte hat? Oder lieber aussteigen und hoffen, dass andere explodieren? Clever auch die Mechanik, dass risikofreudige Spieler, die später explodieren, schlechter dran sind als früh ausgeschiedene. So wird Kartenpech zu Beginn einer Runde etwas entschärft. Die Spezialeffekte sorgen für Abwechslung. Auch wenn der Glücksfaktor bei diesem Spiel hoch ist, lohnt es sich, die Zusammensetzung seines Stapels im Kopf zu haben. So kann man das Risiko einer Explosion etwas einschätzen. «Bobbidi Boom!» erfindet das Rad nicht neu, ist aber schnell gespielt und macht Spass.

Dr. Gambles Urteil: 3,5/5

 

«Bobbidi Boom!» von Guido Albini und Mattino Chiacchiera, Steinbock Brettspiele, 3–5 Spieler, ab 8 Jahren.

Gwunderbrunnen

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