Die Postfiliale im Flughafen ist schweizweit am längsten offen

Die Poststelle im Flughafen ist jeden Tag bis 21 Uhr offen. Damit hat sie der legendären Sihlpost in Zürich längst den Rang abgelaufen. Dafür werden in der ganzen Region inklusive Opfikon die Briefkästen immer weniger oft geleert, vor allem am Wochenende.

Lorenz Steinmann

Der Service der Post nimmt immer mehr ab. Dabei ist das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht. 170 Poststellen in der ganzen Schweiz, davon allein 12 im Kanton Zürich, sollen bis 2028 geschlossen werden. Immerhin keine im Verteilgebiet dieser Zeitung. Und: Im Flughafen Zürich, im Airport Shopping, befindet sich jene Poststelle, die schweizweit am längsten offen ist. Jeden Tag zwischen 8 und 21 Uhr kann man Ein- und Auszahlungen vornehmen sowie Päckli und auch eingeschriebene Briefe abgeben. Also das ganze Poststellenangebot. Gerade die Sache mit dem Briefe-Einwerfen wird immer komplizierter, da viele Briefkästen nach und nach in längeren Abständen geleert werden, oft am Wochenende gar nicht mehr. Doch davon später.  Zuerst zurück zur positiven Nachricht. Mediensprecher Markus Werner sagt, der Flughafen Zürich verzeichne hohe Besucherzahlen und der Betrieb laufe auch abends oder am Sonntag weiter. «Die Postfiliale am Flughafen Zürich hat darum die längsten Öffnungszeiten in der Schweiz.» Dies soll laut der Post «aktuell auch so bleiben». Ähnlich sei nur noch die Filiale Lausanne Place Gare, diese laufe aber lediglich im Self-Service. Weitere Postfilialen in grösseren Städten, die am Sonntag geöffnet sind, sind die Sihlpost beim HB Zürich, Luzern Hauptpost, Bern PostParc und Lausanne 1 Dépôt. 

Wobei die Sihlpost eigentlich nur noch einen Schatten ihrer selbst ist, obwohl sie derzeit gerade modernisiert wird. Denn sie ist am Samstag und Sonntag nur noch bis 18 Uhr geöffnet. Warum dieser Serviceabbau in Zürich? Das Kundenverhalten habe sich während Corona und in den Jahren davor stark verändert, so Markus Werner. «Wir sind der Ansicht, dass sich dieser Entscheid bewährt hat.» Vorbei die Zeiten also, wo man sonntags noch bis 22 Uhr auf die Sihlpost hetzen und eine Bewerbung, einen Rekurs oder einen Architekturplan versenden konnte. Immerhin: Im Flughafen geht es noch bis 21 Uhr – ein Schweizer Rekord für Kloten!

Leere in Opfikon und Wallisellen
Düsterer siehts es allerdings aus, wenn man Briefe in einen Briefkasten wirft und hofft, dass sie am nächsten Tag, etwa an einem Montag, beim Adressaten ankommen. Obwohl der A‑Post-Brief seit dem 1. Januar 2024 1.20 Franken kostet (vorher 1.10 Franken), werden die Briefkästen am Wochenende oft gar nicht mehr geleert. Markus Werner dazu: «Der Briefeinwurf am Flughafen wird am Samstag um 21 Uhr und am Sonntag um 19.30 Uhr geleert.» Und wer nicht wo weit herumkommen will? «In der Nähe des Flughafens stehen am Sonntag die Briefeinwürfe bei den Postfilialen Glattbrugg und Dübendorf (Leerung jeweils um 16 Uhr) sowie der Briefkasten bei der Filiale Zürich Seebach (Leerung um 15 Uhr) zur Verfügung. In der Region Küsnacht sind es die Briefeinwürfe am Bahnhof Meilen und an der Dorfstrasse 61 in Zumikon, die beide am Sonntag um 15 Uhr geleert werden», so Werner. 
Mit anderen Worten: In der Stadt Kloten, in Opfikon-Glattbrugg, in Wallisellen und in Küsnacht werden die Briefkästen am Sonntag gar nicht mehr geleert, obwohl die Post für Briefe bis 50 Gramm nach wie vor die Monopolstellung in der Schweiz hat.