«Die grösste Geschenkaktion der Schweiz»

Roger Suter

Zum «Winterzauber», dem Gewerbeanlass im Glattpark, gehört seit 2024 auch der «Geschenkezauber», eine Hilfsaktion für Kinder. Damit er weiter wachsen kann, haben die Organisatoren einen Verein gegründet. Ziel ist es, die grösste Geschenkaktion der Schweiz zu veranstalten.

Auch in der Schweiz leiden immer mehr Familien unter schwierigen wirtschaftlichen Verhältnissen: Löhne halten mit den Lebenskosten nicht Schritt oder fallen gleich ganz weg. Darunter leiden auch Kinder – und für Weihnachtsgeschenke bleibt erst recht kein Budget. «Kein Kind soll an Weihnachten vergessen werden», lautet deshalb die Botschaft des «Geschenkezaubers». Die Aktion möchte aber nicht einfach Pakete sammeln. Ein Geschenk soll einem Kind vermitteln: «Jemand hat an mich gedacht.»

Die Idee stammt ursprünglich von Ava Zimmermann (siehe Box). Die daraus entstandene Aktion am «Winterzauber» des Opfiker Gewerbes ist inzwischen deutlich gewachsen: Waren es bei der Lancierung 2024 noch 87 gesammelte Geschenke, kamen letztes Jahr schon 534 zusammen.

Damit ist aber auch der Aufwand gestiegen und lässt sich nicht mehr einfach so nebenher bewältigen. Im August hat Avas Vater Sven Zimmermann deshalb zusammen mit ihr einen Verein gegründet mit dem Ziel, die grösste Geschenke-Aktion der Schweiz zu lancieren. Für dieses Jahr werden 1000 gespendete Päckli angepeilt. Und langfristig soll Geschenkezauber nicht nur eine Aktion im Glattpark bleiben, sondern als wiederkehrende Geschenkaktion weiter wachsen.

Sammelstellen für Geschenke

Und das nicht nur am «Winterzauber» des Opfiker Gewerbes selber (Freitag, 4. Dezember), wo man nach wie vor verpackte Geschenke vorbeibringen kann. «Wir haben dieses Jahr neu dezentrale Sammelstellen», erzählt Sven Zimmermann. Nicht nur im Glattpark, sondern auch überregional: Neben dem Gefahrgut-Shop an der Glattbrugger Feldeggstrasse 6 habe das Renaissance Zürich Tower Hotel seine Beteiligung zugesagt und wolle auch Gäste und Mitarbeitende einbeziehen, so Sven Zimmermann. Mit dabei sind auch die «Globegarden»-Kinderkrippen mit ihren vielen Standorten, wo ebenfalls Sammelboxen für Geschenke aufgestellt werden. «Letztes Jahr ergab das zwei Autos voller Geschenke allein aus der Krippe am Boulevard Lilienthal», freut sich Sven Zimmermann. Dieses Jahr sollen sich zwischen 10 und 18 Krippen beteiligen.

Geplant oder schon am Laufen sind auch Aktionen mit Firmen, so etwa beim ICT-Anbieter Noser, wo Mitarbeitende aus verschiedenen Tochterunternehmen Geschenke mitbringen und sie gemeinsam verpacken. Und wie der Opfiker Ausbildungsbetrieb «libs» 2025 vormachte, sollen auch Lernende beteiligt werden – etwa indem sie selber sammeln, verpacken oder organisieren.

Auftritt für ein Zwei-Meter-Rentier

Die Zürcher Kantonalbank bereitet eine interne Geschenkaktion vor und möchte mit Freiwilligen mithelfen. Mit der Robert Kuhn AG, Trauffer Holzspielwaren und Micro Mobility Systems beteiligen sich voraussichtlich auch Unternehmen aus dem Spielwaren- und Kinderbereich. Ein Logistikpartner holt die Geschenke ab und die Zürcher Copytrend AG sowie andere Firmen aus der Werbebranche unterstützen den Geschenkezauber, damit er auch ausserhalb der eigenen Social-Media-Blase sichtbar werde, so Zimmermann.

Auf auffälligsten wird aber das neue Maskottchen: Das grosse Winterzauber-Rentier, über zwei Meter gross, soll Sammelstellen besuchen, Geschenke abholen, Kinder und Familien ansprechen und zum visuellen Botschafter der Aktion werden.

An Petite Suisse und ins «Kispi»

Die gesammelten Geschenke werden über soziale Partnerorganisationen an Kinder in schwierigen Lebenssituationen weitergegeben. Zu den wichtigsten Partnern gehört die Petite Suisse Kinderhilfe. Zusätzlich ist eine Zusammenarbeit mit dem Kinderspital Zürich vorgesehen. Für diese Geschenke gelten besondere Anforderungen an Verpackung und Auswahl. 

Unverändert bleibt, dass die Auswahl der Kinder bewusst nicht durch Geschenkezauber selbst erfolgt, sondern über soziale Organisationen und Institutionen, welche die Lebenssituationen der Familien kennen.

Und nach wie vor gilt: Nicht jeder muss viel machen. Wenn viele ein bisschen beitragen, entsteht etwas Grosses. «Aus der Idee wurde nun ein Verein», sagt Sven Zimmermann. «Wir wünschen uns, dass daraus eine Bewegung wird.»

Aus einer Idee wird ein Projekt

Die Wurzeln des «Geschenkezaubers» reichen 11 Jahre zurück: Damals stellte Ava Zimmermann ihrem Vater Sven die Frage: «Papa, was sind Flüchtlinge?» Er erklärte ihr, dass das Menschen seien, die von zu Hause wegmussten und alles verloren hätten. Und für die Sechsjährige war klar, dass man etwas tun musste. So entstand die Idee, Päckli mit Spielzeug zu machen, das in den meisten Schweizer Haushalten zur Genüge vorhanden ist. 2015 sammelte die Schulklasse der Tochter 53 Pakete, ein Jahr später sogar 211.

2024 griffen Sven und Ava die Idee wieder auf, luden die Firmenkunden zu einem kostenlosen Glühwein an den «Winterzauber» ein – und dort entweder für die Aktion zu spenden oder ein verpacktes Geschenk mitzubringen. Und die Idee verfing – auch bei anderen Besuchern und Anwohnern im Glattpark.   

Beim «Geschenkezauber» mitmachen

  • Geschenk: Einfach ein Weihnachtsgeschenk einpacken und es zu einer Sammelstelle bringen. So schenkt man einem Kind einen ganz besonderen Weihnachtsmoment.
  • Spenden: Mit einer Spende unterstützt man Geschenkezauber dabei, noch mehr Kinder zu erreichen und die Weihnachtsaktion möglich zu machen.
  • Partner werden: Unternehmen oder Organisationen engagieren sich und werden Teil von Geschenkezauber.   

Informationen: www.geschenkezauber.ch

Gwunderbrunnen

29.10.2026 - 09:00
29.10.2026 - 10:00
30.10.2026 - 09:30
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