Der Prämien-Schock sitzt offenbar tief
Opfikon hat am 14. Juni bei sämtlichen Vorlagen gleich gestimmt wie die Mehrheit der Schweizer Stimmberechtigten. Besonders deutlich: Zur Initiative «Stopp Prämien-Schock» sagten 63,5 Prozent der Opfikerinnen und Opfiker ja – weit mehr als im Kantonsschnitt. Auch bei den Wohninitiativen zeigte die Stadt mehr Sympathie als der Bezirk Bülach.
Eines vorweg: Im Gegensatz zu Kloten – das die Initiative «Keine 10-Millionen-Schweiz» mit 52 Prozent angenommen hätte, hat Opfikon diesmal stets mit der Mehrheit gestimmt (siehe Artikel links). Die heiss diskutierte «Nachhaltigkeitsinitiative der SVP («Keine 10-Millionen-Schweiz)» fand in Opfikon mit 46,1 Prozent aber doch etwas mehr Zustimmung als in der übrigen Schweiz (45,2 Prozent) und sogar deutlich mehr als im Kanton Zürich (40,0 Prozent).
Beim Zivildienstgesetz sagten in Opfikon 53 Prozent ja; schweizweit waren es 52,5 Prozent. Der Kanton Zürich sagte mit 49,8 Prozent knapp nein.
Gegenvorschläge kamen durch
Deutlich war das Verdikt des Stimmvolkes auf kantonaler Ebene: Die neue Regelung, wonach sich Kantonsratsmitglieder in bestimmten Fällen dort vertreten lassen können, fand in Opfikon 61,8 Prozent Zustimmung. Im Bezirk Bülach waren es 58,0 Prozent, im ganzen Kanton 64,1 Prozent.
Die insgesamt abgelehnte Wohneigentumsinitiative der SVP wollten in Opfikon 32,3 Prozent annehmen. Im Bezirk waren es 30,4 Prozent, im ganzen Kanton 25,1 Prozent.
Auch die Wohnungsinitiativen der linken Parteien wurden hier abgelehnt, die Gegenvorschläge des Kant0nsrates aber allesamt angenommen.
Die Wohnschutzinitiative hiessen in Opfikon 46,6 Prozent der Stimmberechtigten gut, im Bezirk 37,6 Prozent, im ganzen Kanton waren es 42,7 Prozent. Den Gegenvorschlag des Kantonsrates wollen in Opfikon 54,4 Prozent umgesetzt sehen. Im Bezirk waren es 57,9, im Kanton 54,3 Prozent.
Die Wohnungsinitiative wollten in Opfikon 44,3 Prozent annehmen. Im Bezirk scheiterte sie deutlicher mit 34,7 Prozent, im Kanton fanden 40,3 Prozent das Anliegen unterstützenswert. Den Gegenvorschlag des Kantonsrates fanden in Opfikon 61,1 Prozent gut, im Bezirk etwas mehr mit 62,2 Prozent. Angenommen wurde der Gegenvorschlag kantonsweit mit 57,9 Prozent.
Prämien sind ein Thema
Zur Initiative «Stopp Prämien-Schock» sagte Opfikon sehr deutlich mit 63,5 Prozent ja. Im Bezirk waren es 60,7 Prozent, im Kanton dann noch 53,2 Prozent.
Auch auf lokaler Ebene wurde am 14. Juni abgestimmt: Die geänderte Gemeindeordnung fand 87,6 Prozent Zustimmung.
Ferner stimmten die Reformierten dem Zusammenschluss mit den Kirchgemeinden von Kloten und Wallisellen zu (siehe Artikel oben). Und sie wählten Brigitta Loher in die evangelisch-reformierte Kirchensynode des Kantons, die nächstes Jahr komplett neu bestellt wird. Loher erhielt 265 der 975 abgegebenen Stimmen, Daniela Trösch 102. 14 Stimmen fielen auf vereinzelte andere Namen.
Stimmbeteiligung auch in Opfikon hoch
Ein wiederkehrendes Thema bei Abstimmungen ist die fast schon traditionelle tiefe Stimmbeteiligung in Opfikon. Diesmal aber war sie – angesichts der nationalen Vorlage, welche viele Stimmberechtigte mobilisierte – auch für Opfiker Verhältnisse hoch: Auf nationaler Ebene betrug sie bei der 10-Millionen-Schweiz 44,2 Prozent, beim Zivildienstgesetz 43 Prozent. Bei den kantonalen Vorlagen betrug die Stimmbeteiligung zwischen 39,3 und 40,3 Prozent, und bei der Gemeindevorlage betrug sie immer noch 37,3 Prozent.
Bei der Wahl in die reformierte Kirchensynode betrug die Stimmbeteiligung in Opfikon 26,8 Prozent.
Abstimmungsresultate
Eidgenössische Vorlagen
1. Nachhaltigkeitsinitiative
Schweiz 45,2 % Ja
Kanton Zürich 40,0 % Ja
Opfikon 46,1 % Ja
2. Zivildienstgesetz
Schweiz 52,5 % Ja
Kanton Zürich 49,8 % Ja
Opfikon 53,0 % Ja
Kantonale Vorlagen
1. Kantonsrat – Vertretung
Kanton Zürich 64,1 % Ja
Bezirk Bülach 58,0 % Ja
Opfikon 61,8 % Ja
2. Wohneigentumsinitiative
Kanton Zürich 25,1 % Ja
Bezirk Bülach 30,4 % Ja
Opfikon 32,3 % Ja
3. A Wohnungsinitiative
Kanton Zürich 40,3 % Ja
Bezirk Bülach 34,7 % Ja
Opfikon 44,3 % Ja
B Gegenvorschlag
Kanton Zürich 57,9 % Ja
Bezirk Bülach 62,2 % Ja
Opfikon 61,1 % Ja
C Stichfrage
Kanton Zürich B
Bezirk Bülach B
Opfikon B
4. A Wohnschutzinitiative
Kanton Zürich 42,7 % Ja
Bezirk Bülach 37,6 % Ja
Opfikon 46,6 % Ja
B Gegenvorschlag
Kanton Zürich 54,3 % Ja
Bezirk Bülach 57,9 % Ja
Opfikon 54,4 % Ja
C Stichfrage
Kanton Zürich B
Bezirk Bülach B
Opfikon B
5. «Stopp Prämien-Schock»
Kanton Zürich53,2 % Ja
Bezirk Bülach 60,7 % Ja
Opfikon 63,5 % Ja
Kommunale Vorlagen
Gemeindeordnung
Opfikon 87,6 % Ja
Kirchenfusion
Kloten 72,7 % Ja
Opfikon 84,7 % Ja
Wallisellen 59,0 % Ja