Dank ihnen funktioniert Opfikon
Der Werkhof Opfikon öffnete erstmals seine Tore für die Bevölkerung. Man erhielt Einblick in eine Arbeit, von der alle Opfikerinnen und Opfiker profitieren, die sie aber kaum wahrnehmen. Zugleich bot der Anlass die Gelegenheit, den frisch umgebauten Werkhof zu besichtigen.
Der vergangene Samstag war warm, die Festbänke standen bereit, und auf dem Gelände des Werkhofs neben dem Stadthaus duftete es nach Grill. Fahrzeuge waren aufgereiht, Kinder bastelten mit Recyclingmaterial, und wer wollte, konnte sich in der Selfie-Box verewigen.
Der Werkhof Opfikon hatte sich für einen Tag geöffnet – als Teil des nationalen Tags der offenen Werkhöfe und -betriebe, den der Schweizerische Verband Kommunale Infrastruktur schweizweit koordiniert. Die Besucherzahl blieb überschaubar, doch wer den Weg hierher fand, erlebte einen Betrieb, der weit mehr leistet, als man ihm von aussen ansieht.
Was hier täglich läuft
«Wir sind hier, damit unsere Infrastruktur funktioniert», sagt Patricia Meier, Abteilungsleiterin Bau und Infrastruktur. Das klingt nüchtern, umfasst aber erstaunlich viel: Strassen- und Grünunterhalt, Kanalisation, Pumpwerke fürs Abwasser, öffentliche Spielplätze. Alles liegt in der Verantwortung der sechzehn Mitarbeitenden, die im Werkhof arbeiten. Neun im Strassenunterhalt, sieben im Grünunterhalt, davon je eine Frau.
Vieles davon spielt sich unsichtbar ab. «Alles, was unter dem Boden ist», nennt Meier als erstes Beispiel. Leitungen, Pumpwerke, Kanalisationen, alles Dinge, von denen die Bevölkerung nichts merkt, solange alles funktioniert. Wenn eine Kanalisation verstopft oder ein Wasserrohrbruch den Verkehr lahmlegt, rücken die Leute vom Werkhof aus. «Das kriegt man kaum mit», sagt Meier.
Was man hingegen täglich sieht und ebenso wenig beachtet, ist die Arbeit gegen das Littering. Jeden Tag sind Mitarbeitende auf festen Routen unterwegs, um Abfälle zu beseitigen. Dass trotzdem nie alles picobello ist, liegt in der Natur der Sache: «Dass nichts rumliegt, ist allerdings kaum möglich.»
Die Arbeit des Werkhofs hat in den letzten Jahren zugenommen, insbesondere der Grünunterhalt. Opfikon wächst, und mit dem Bevölkerungswachstum steigt der Bedarf an gepflegten Erholungsräumen. Der Opfikerpark ist ein Beispiel, die Spazierwege an der Glatt ein weiteres.
Man braucht alle Sinne
Einer, der täglich draussen ist, ist Jörg Baderschneider. Er fährt die Strassenkehrmaschine. Das sind jene Spezialmaschinen, die durch die Strassen rollen und Schmutz einsaugen. «Es ist nicht einfach nur der Strasse nachfahren», sagt er. Für Fahrer eines Sonderfahrzeuges gelten besondere Regeln. Zwei Kameras helfen bei der Orientierung, doch die volle Aufmerksamkeit bleibt trotzdem gefordert. «Ich höre immer genau hin, um sicher zu sein, dass die Maschinen funktionieren. Man braucht alle Sinne.»
Besonders im Herbst hat Baderschneider viel zu tun. Viele Anwohnerinnen und Anwohner kehren ihr Laub auf die Strasse. Das kann problematisch sein. «Alles, was eine Wischmaschine dort einsaugt, ist Sondermüll.» Das Laub ist mit Feinstaub, Bremsabrieb und anderen Partikeln kontaminiert und muss entsprechend entsorgt werden. «Das ist vielen gar nicht bewusst.»
Seine Arbeit erfordert nicht nur Aufmerksamkeit, sondern auch Rücksicht. Im Verkehr lässt er anderen konsequent den Vortritt. «Meinetwegen soll niemand im Fahrplan in Rückstand geraten», sagt er mit Blick auf die Busfahrer.
Ein lange überfälliger Umbau
Wer den Werkhoftag besuchte, sah auch ein frisch umgebautes Gebäude. Seit März 2025 wurde gebaut, im zweiten Quartal 2026 war der Umbau abgeschlossen. Das ist zwar leicht später als ursprünglich geplant, aber im Rahmen. «Bei jedem Bau ist es so», sagt Meier. «Wir sind zufrieden.» Für den Tag der offenen Werkhöfe hat es allemal gereicht.
Der Gemeinderat hatte am 6. Mai 2024 einen Kredit von 2,65 Millionen Franken bewilligt. Die Kosten konnten eingehalten werden.
Verändert hat sich viel. Büros befinden sich nun im Erdgeschoss, die Garderoben wurden vergrössert, der Aufenthaltsraum gewann Platz, weil die Küche in einen separaten Raum ausgelagert wurde. Fahrzeuge haben konsequent eigene Abstellplätze und Materialien lagern geordnet. «Vorher hatten wir kombinierte Nutzungen von Räumen. In der Werkstatt war etwa ein Fahrzeug», erinnert sich Meier. «Das hat jetzt seinen eigenen Ort.»
Besonders ins Auge fällt eine längst überfällige Neuerung: Erstmals gibt es im Werkhof richtige Garderoben für Frauen. Zuvor existierte lediglich ein Provisorium in Räumen neben den Fahrzeugen. Die neuen Garderoben konnten erst realisiert werden, nachdem Energie Opfikon aus dem hinteren Gebäudeteil ausgezogen war. «Das war länger ein Thema, das wir umsetzen wollten», sagt Meier. Nun ist es umgesetzt.
Erstmals dabei
Dass Opfikon ausgerechnet in diesem Jahr erstmals am nationalen Werkhoftag teilnimmt, ist kein Zufall. «Wir wollten schon länger mitmachen, aber es ging terminlich nicht gut auf», sagt Meier. «Mit dem fertiggestellten Umbau hatten wir eine perfekte Gelegenheit zu zeigen, wie es hier jetzt aussieht.»
Der Tag soll zeigen, was der Werkhof leistet. Den direkten Kontakt zur Bevölkerung herstellen und aufklären. Vielleicht auch ein wenig Wertschätzung einsammeln für eine Arbeit, die dann am besten funktioniert, wenn niemand darüber nachdenken muss.