Buchtipp aus der Stadtbibliothek: «Der andere Arthur
Arthur Opp, ein renommierter Literaturprofessor, hat seine Berufung aufgegeben und lebt ohne jeglichen persönlichen Kontakt zur Aussenwelt zurückgezogen in seinem Haus in Brooklyn; er hat es seit über einem Jahrzehnt nicht mehr verlassen und wiegt mittlerweile 250 Kilo. Die wenigen Schritte zur Haustür, um Lieferungen entgegenzunehmen, sind seine tägliche Herausforderung.
Eines Tages kontaktiert ihn – nach Jahren der Funkstille – seine ehemalige Studentin Charlene, mit der er lange Zeit in engem Briefkontakt stand. Ihr verzweifeltet Hilferuf eröffnet ihm, dass sie einen 17‑jährigen Sohn, Kel, hat. Dieser kämpft um seinen Schulabschluss und die Chance auf ein besseres Leben: ein Sportstipendium. Doch während der Junge um seine Zukunft ringt, hält ihn die Sorge um seine alkoholkranke Mutter in Atem.
Arthur und Kel sind zwei Menschen, die auf unterschiedliche Weise erfahren haben, wie sich Einsamkeit in ein Leben einschreiben kann. Mit dem Hilferuf der Mutter nimmt eine Geschichte ihren Lauf, die alte Wunden aufreisst, aber auch neue Wege freilegt und eindrücklich zeigt, wie in der Fürsorge für andere die eigene Rettung liegen kann.
Liz Moores warmherziger, berührenden Roman thematisiert Einsamkeit, Identität, familiäre Beziehungen und die Suche nach einem Platz im Leben.
Liz Moore. Der andere Arthur. C.H. Beck. 2026.
Informationen: www.opfikon.ch/stadtbibliothek